Vom Hirten auf die Festivalbühne: Wie ein türkischer Dorfjunge plötzlich zum Kinogesicht wurde

05.03.2026 – 19:00 Uhr

Was als gewöhnlicher Sommertag auf einer Weide begann, entwickelte sich für den damals 13-jährigen Alpay Kaya aus dem Dorf Darboğaz im Landkreis Selim (Provinz Kars) zu einem Wendepunkt. Der Jugendliche aus dem Dorf Darboğaz im Landkreis Selim in der Provinz Kars wurde während seiner Arbeit als Hirte zufällig für einen Kinofilm entdeckt und fand sich wenig später auf internationalen Filmfestivals wieder.

Ausschlaggebend für seine ungewöhnliche Laufbahn war die Begegnung mit dem Regisseur Seyfettin Tokmak. Dieser hielt sich für Vorbereitungen zu einem neuen Filmprojekt in der Region auf und wurde auf den Jungen aufmerksam. Tokmak gab an, in Kaya sofort den passenden Darsteller für seine Produktion gesehen zu haben und ihn ohne Vorerfahrung für die Rolle ausgewählt zu haben.

Dreharbeiten in Keban

Die Dreharbeiten fanden im ostanatolischen Keban in der Provinz Elazığ statt. Trotz fehlender Schauspielausbildung bereitete sich Kaya innerhalb kurzer Zeit auf seine Rolle vor und lernte das Drehbuch nach eigenen Angaben vollständig auswendig.

Er übernahm im Film „Tavşan İmparatorluğu“ (auf Deutsch: „Hasenimperium“) die Rolle des Musa. Das Werk ist der zweite Langfilm von Tokmak.

Internationale Anerkennung

Der Film sorgte auch über die Landesgrenzen hinaus für Aufmerksamkeit. Beim Tallinn Black Nights Film Festival wurde die Produktion mit Preisen für das beste Drehbuch und die beste Kameraarbeit ausgezeichnet. Darüber hinaus erhielt sie beim Taipei Film Festival den Preis der Regisseursvereinigung für den besten Film.

In der Türkei wurde Tavşan İmparatorluğu im Rahmen des Wettbewerbs für nationale Langfilme beim International Antalya Golden Orange Film Festival gezeigt.

Zwischen Schule und Weide

Trotz seiner Festivalerfolge ist der Alltag des Jugendlichen weiterhin von seinem Heimatdorf geprägt. In einem ersten Gespräch mit Vertretern der Boulevardpresse erklärte er, er habe nie davon geträumt, Schauspieler zu werden. „Für mich ist das ein Wunder“, sagte er. Während er im Winter die Schule besucht, arbeitet er in den Sommermonaten als Hirte.