Türkische TV-Produktionen erreichen in rund 170 Ländern nahezu eine Milliarde Zuschauer. Laut dem Kulturministerium sorgen sie für ein wachsendes Reiseinteresse an der Türkei. Auf der Messe MIPCOM in Cannes präsentiert sich die Branche mit staatlicher Unterstützung internationalen Partnern.
Die Türkei ist mit einem eigenen Stand auf der weltweit wichtigsten Messe für Fernsehinhalte vertreten. Dieser wurde mit Unterstützung des Ministeriums für Kultur und Tourismus sowie in Zusammenarbeit mit der Industrie- und Handelskammer Istanbul (İTO) errichtet. Ziel ist es, die türkische Serienbranche mit internationalen Produzenten, Sendern, Vertriebsfirmen und digitalen Plattformen zusammenzubringen.
Nach Angaben des Ministeriums erreichen türkische Produktionen in etwa 170 Ländern nahezu eine Milliarde Zuschauer. Sie tragen somit zur kulturellen Vermarktung des Landes bei und eröffnen neue Kooperationen auf internationalen Märkten. Der Türkei-Stand auf der Messe dient als Plattform für die Bewerbung türkischer Produktionen, den Aufbau neuer Geschäftskontakte und die Erweiterung von Exportmöglichkeiten.
An der Veranstaltung nahmen unter anderem Tayfun Topal, Chefberater des Ministers für Kultur und Tourismus, Birol Güven, Generaldirektor für Kino im Ministerium, Ali Türkaslan, Generaldirektor von ATV, sowie Murat Yancı, Präsident der TV-Gruppe von Demirören Medya, teil.
„Unter den drei größten Serienexporteuren der Welt“
Laut Tayfun Topal ist die weltweite Reichweite türkischer Serien für die Außendarstellung der Türkei von großer Bedeutung. „Die Türkei gehört heute zu den drei größten Serienexporteuren der Welt. In etwa 170 Ländern verfolgen nahezu eine Milliarde Menschen unsere Produktionen“, sagte Topal. Menschen unterschiedlicher Sprachen und Kulturen finden in den türkischen Geschichten etwas von sich selbst wieder. Die Schauspieler sind weltweit bekannt und die Produktionen werden mit großem Interesse verfolgt. An diesem Erfolg haben Produzenten, Drehbuchautoren, Regisseure, Darsteller und alle Mitarbeiter hinter der Kamera großen Anteil. Das Ministerium messe der erreichten Stärke der Branche eine hohe Bedeutung bei und arbeite daran, sie weiter auszubauen.
Laut Topal steigern die Serien auch das Interesse an der türkischen Sprache und am Land selbst. „Menschen auf der ganzen Welt lernen durch unsere Serien türkische Wörter, verwenden türkische Ausdrücke im Alltag und besuchen Sprachkurse“, so Topal. Wenn Menschen Tausende Kilometer entfernt durch eine Serie beginnen, Türkisch zu lernen, zeige das, wie stark die Bindung an die Türkei ist. Über die Serien werden Esskultur, Musik, Familienbeziehungen, Traditionen und Städte in verschiedenen Regionen der Welt bekannt. Eine auf dem Bildschirm erzählte Geschichte verwandelt sich in den Wunsch, die Türkei näher kennenzulernen.
Serien als Reiseanlass
Diese Entwicklung schlägt sich auch im Tourismus nieder. Zuschauer:innen wollen durch die Straßen gehen, in denen ihre Lieblingsschauspieler:innen gelaufen sind, historische Bauwerke besuchen oder im Fernsehen gesehene Gerichte probieren. So würden Istanbul, Antalya und andere Destinationen über die erzählten Geschichten entdeckt. Serien werden somit zu einem wirksamen Werbemittel, das Neugier in konkrete Reiseabsichten verwandelt. Entsprechend würden die Werbemaßnahmen des Ministeriums ausgerichtet.
Topal wies zudem auf kurze Werbeserien hin, die das Ministerium im Rahmen von „GoTürkiye“ produziert hat. Damit seien „milliardenfache Aufrufe“ erzielt worden. In den Werbeserien werden historische, kulturelle und natürliche Sehenswürdigkeiten der Türkei in Geschichten eingebettet, die das Publikum verfolgt. Je stärker die Zuschauer an eine Handlung gebunden sind, desto größer wird das Interesse am Schauplatz.
Messen wie die MIPCOM sind wertvoll, um neue Märkte zu erschließen und internationale Kooperationen auszubauen. Die dort geknüpften Kontakte ermöglichten es türkischen Produktionen, in mehr Ländern ein Publikum zu erreichen. Das Ministerium möchte die Branche weiterhin unterstützen und seine Werbeaktivitäten sowie die angekündigten Förderungen fortsetzen. Ziel ist es, den internationalen Erfolg der Serienbranche auszubauen und den Beitrag dieses Erfolgs zur Außendarstellung und zum Tourismus des Landes zu vergrößern.
Abschließend dankte Topal dem Minister für Kultur und Tourismus, Mehmet Nuri Ersoy, für die Unterstützung, die die globale Wirkung türkischer Serien mit Tourismus- und Werbemaßnahmen verbinde und der Branche den Weg ebne.
„Vom Schneeball zur Lawine“
Birol Güven, Generaldirektor für Kino im Ministerium für Kultur und Tourismus, verglich die Entwicklung türkischer Serien mit einem Schneeball, der zu einer Lawine geworden sei und die ganze Welt erreiche. Heute träfen türkische Produktionen weltweit auf Hunderte Millionen Zuschauer. Die Generaldirektion für Kino misst der Präsenz der Branche auf den wichtigsten internationalen Inhaltsmärkten wie dem MIPCOM große Bedeutung bei und unterstützt sie, um eine stärkere Position auf internationalen Märkten zu erreichen.
Türkische Produktionen, die sich mit starken Geschichten, erfolgreicher Schauspielführung und hoher Produktionsqualität einen Platz im globalen Fernsehmarkt erarbeitet haben, nutzen die Messe, um neue Märkte zu erschließen. Die Gespräche am Türkei-Stand stärken laut den Beteiligten die internationale Position der Branche und tragen zum Aufbau neuer Partnerschaften sowie zur Erweiterung der Exportmöglichkeiten bei.