Türkische Rapperin Aishe gestorben – Bruder kritisiert Behandlungsverlauf

02.06.2026 – 19:00 Uhr

Die türkische Rap-Szene trauert um eine ihrer aufstrebenden Künstlerinnen. Tuğçe Ayşe Güler, die unter dem Bühnennamen „Aishe“ bekannt war, ist tot. Die traurige Nachricht wurde am Wochenende von ihrem Bruder über das offizielle Social-Media-Profil der Musikerin bestätigt. „Ich bin ihr Bruder. Meine Schwester ist verstorben. Unser Beileid“, hieß es in dem knappen Statement, das für Bestürzung unter Fans und Kollegen sorgte.

Die vor allem durch digitale Plattformen bekannt gewordene Sängerin war zuvor wochenlang in medizinischer Behandlung, wie die Familie angab. Was als harmlose Ohrenentzündung begann, entwickelte sich offenbar zu einem komplexen Krankheitsbild mit tödlichem Ausgang.

Bruder berichtet von rätselhaftem Krankheitsverlauf

In einer deutlich detaillierteren Erklärung schilderte er den Leidensweg der Verstorbenen und übte dabei schwere Kritik an den behandelnden Kliniken. Demnach habe Güler zunächst eine Ohrenentzündung erlitten, in deren Folge eine Gesichtslähmung auftrat. Nach einer Operation sei sie zunächst auf dem Weg der Besserung gewesen und entlassen worden. In dieser Phase sei ihr jedoch eine Kortison-Behandlung verabreicht worden, die, so der Vorwurf, eine Vaskulitis – eine Gefäßentzündung – ausgelöst habe. Besonders fatal: Das Kortison sei abrupt abgesetzt worden.

Die Situation eskalierte, als sich der Zustand der Künstlerin dramatisch verschlechterte. Laut der Schilderung ihres Bruders suchte die Familie mit Güler eine Notaufnahme auf, wurde jedoch mit dem Hinweis auf bloße Nebenwirkungen wieder nach Hause geschickt. Als sich die Symptome weiter zuspitzten, erfolgte in einer zweiten Klinik schließlich die stationäre Aufnahme. Doch auch dort habe es Tage der Ungewissheit gegeben.

Vorwurf der Untätigkeit: „Vier Tage ohne Diagnose und Behandlung“

„Vier Tage lang konnten sie keine Diagnose stellen und sie wurde auch nicht behandelt“, schreibt der Bruder in dem emotionalen Beitrag. Erst als sich ihr Gesundheitszustand weiter verschlechterte, sei die Rapperin auf die Intensivstation verlegt worden. Ihr Herz blieb schließlich stehen.

Der gravierendste Vorwurf zielt auf eine mögliche Fehleinschätzung der Rheumatologie ab. Der Bruder gibt an, von Anfang an den Verdacht auf das seltene Morbus-Behçet-Syndrom, eine entzündlich-rheumatische Erkrankung, geäußert zu haben. Dieser sei jedoch eine Woche lang ignoriert worden. „Sie haben uns getäuscht und den Prozess so in die Länge gezogen“, lautet der Vorwurf. Die rheumatologische Diagnose sei buchstäblich in letzter Minute gestellt worden. „Die Rheumatologie stellte die Diagnose einen Tag vor ihrem Tod, aber es war zu spät. Sie starb durch Fahrlässigkeit.“