Ein Star zum Anfassen, überraschende Enthüllungen und klare Worte gegen Diskriminierung: Beim 26.türkischen Filmfestival Frankfurt wurde die Schauspielerin Sibel Kekilli mit dem Ehrenpreis ausgezeichnet. Im Anschluss an die feierliche Eröffnungsgala stellte sie sich im Deutschen Filmmuseum den Fragen ihrer Fans und gewährte dabei seltene private und berufliche Einblicke.
Im Mittelpunkt des von dem Filmkritiker Urs Spörri moderierten Gesprächs standen Kekillis Paraderollen als starke Frau. Dass sie immer wieder auf diese Charaktere festgelegt werde, sei dabei weniger Kalkül als Schicksal. „Ich suche diese Rollen nicht gezielt, sondern sie finden eher mich“, erklärte die 43-Jährige.
Besonders emotional wurde die Ausnahmeschauspielerin bei der Diskussion über Fatih Akins preisgekröntes Drama „Gegen die Wand“ und die Darstellung von Migration. „Migrationsgeschichten interessieren mich immer sehr. Aber leider sind es nicht immer gute Geschichten, die daraus entstehen“, sagte Kekilli. Sie selbst sei in Deutschland geboren und fühle eine tiefe Zugehörigkeit zu beiden Kulturen: „Ich fühle mich deutsch, aber gleichzeitig bin ich auch Türkin.“
Kekilli fand deutliche Worte für den im Alltag verankerten Rassismus. Die Diskriminierung richte sich längst nicht nur gegen Menschen mit türkischen Wurzeln. „Die Leute versteifen sich auf Namen. Aber es ist doch egal, ob jemand Ali oder Ayşe heißt. Diese Ausgrenzung trifft genauso Menschen aus anderen Ländern, und das ist sehr traurig“, betonte die Schauspielerin.
Abseits des politischen Diskurses plauderte Kekilli auch über ihre Zeit in der gefeierten Fantasy-Serie „Game of Thrones“, in der sie die Rolle der Shae verkörperte. Sie offenbarte, dass sie das Vorsprechen fast abgesagt hätte: „Ich fand das Projekt anfangs zu fantastisch und dachte, es sei nichts für mich.“ Ein folgenreicher Irrtum, denn sie setzte sich gegen 50 Mitbewerberinnen durch. Aus einem ursprünglichen Engagement von nur zwei Episoden wurde schließlich eine mehrjährige Hauptrolle. „Ein Job, dem ich vorurteilsbehaftet begegnet bin, entwickelte sich wunderbar und war viel mehr als nur pure Fantasy“, so Kekilli.