Spendenaffäre AHBAP: Türkischer Rockmusiker Haluk Levent bleibt bis zum Prozess in Haft

18.07.2026 – 15:00 Uhr

Istanbul – Der bekannte türkische Rockmusiker Haluk Levent ist im Rahmen einer Untersuchung gegen die von ihm gegründete Hilfsorganisation Ahbap in Untersuchungshaft genommen worden. Ein Gericht ordnete am frühen Mittwoch seine Inhaftierung bis zum Prozess an.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen mutmaßlicher Verstöße gegen das türkische Vereinsrecht, Geldwäsche sowie einer möglichen Mitgliedschaft in einer kriminellen Organisation. Im Mittelpunkt der Ermittlungen stehen angebliche finanzielle Unregelmäßigkeiten innerhalb der Hilfsorganisation.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurden insgesamt 25 Verdächtige dem Gericht vorgeführt. Gegen 14 Personen, darunter Levent, seine Assistentin und sein Anwalt, wurde Untersuchungshaft angeordnet.

Die Ermittler werfen Levent vor, rund 120 Millionen Türkische Lira (etwa 2,5 Millionen US-Dollar) über mehrere Bankkonten bewegt zu haben, darunter ein Konto, das auf den Namen seiner Assistentin Yeliz K. registriert gewesen sein soll.

Zudem behauptet die Staatsanwaltschaft, Levent habe zwischen 2020 und 2026 Online-Wetten in Höhe von fast 990 Millionen Lira abgeschlossen und dabei Verluste von rund 390 Millionen Lira erlitten.

Ein weiterer Vorwurf betrifft Spendengelder für die Opfer der schweren Erdbeben von 2023. Die Ermittler prüfen den Verdacht, dass Teile dieser Gelder auf private Konten umgeleitet, für Glücksspiele verwendet oder an Dritte weitergegeben worden sein könnten.

Haluk Levent weist die Vorwürfe zurück. Er erklärte, niemals Spendengelder für persönliche Zwecke verwendet zu haben. Zwar könnten nach seiner Darstellung bestimmte organisatorische Fehler passiert sein, diese stellten jedoch keine Veruntreuung oder Korruption dar.

Die Ermittlungen gegen die Verantwortlichen von Ahbap dauern an.