Schwerer Unfall in Kıvanç Tatlıtuğs Haus: Mann stürzt vom Dach – Anzeige gegen Schauspieler

14.09.2026 – 19:00 Uhr

Istanbul – Im Haus des türkischen Schauspielers Kıvanç Tatlıtuğ in Göktürk bei Istanbul ist ein Mann bei Reinigungsarbeiten vom Dach gestürzt und schwer verletzt worden. Der aus Turkmenistan stammende Bahadur Yangibayev wurde nach dem Unfall auf die Intensivstation gebracht.

Im Zusammenhang mit dem Vorfall wurden zudem eine Strafanzeige gegen Tatlıtuğ und dessen Anwalt İbrahim Ateş eingereicht. Die darin erhobenen Vorwürfe sind Gegenstand der laufenden Ermittlungen.

Mann für Reinigungsarbeiten engagiert

Nach Angaben des betroffenen Auftragnehmers A. A. hatte dieser gemeinsam mit seinem Mitarbeiter Ç. G. Renovierungsarbeiten im Haus des Schauspielers übernommen. Nach Abschluss der vier Tage dauernden Arbeiten teilte Tatlıtuğs Fahrer A. Y. mit, dass noch Reinigungsarbeiten erforderlich seien.

A. A. habe daraufhin erklärt, er kenne jemanden, der diese Arbeiten übernehmen könne. Der Fahrer nahm anschließend Kontakt zu dem aus Turkmenistan stammenden Bahadur Yangibayev auf. Beide Seiten sollen sich auf die auszuführenden Arbeiten und die Bezahlung geeinigt haben.

Während der Reinigungsarbeiten stieg Yangibayev auf das Dach und stürzte zu Boden. Er wurde umgehend in ein Krankenhaus gebracht und nach der Erstversorgung auf der Intensivstation behandelt.

Auftragnehmer weist Verantwortung zurück

Nach dem Unfall wurde A. A. vorübergehend festgenommen. Bei seiner Vernehmung bei der Staatsanwaltschaft in Gaziosmanpaşa erklärte er, Yangibayev sei nicht sein Mitarbeiter gewesen. Außerdem habe weder er noch sein Mitarbeiter den Mann angewiesen, auf das Dach zu steigen.

A. A. schilderte zudem einen weiteren Vorgang im Zusammenhang mit seiner Festnahme. Während er sich auf der Polizeiwache befunden habe, sei ein Mann zu ihm gekommen, der sich als Anwalt von Kıvanç Tatlıtuğ vorgestellt habe. Dieser habe ihm Hilfe angeboten und ihn anschließend einen dreiseitigen Vertrag unterschreiben lassen.

Nach Angaben von A. A. sei auf der ersten Seite von einem Vertrag über „Maler- und Renovierungsarbeiten“ die Rede gewesen. Die weiteren Seiten habe er nach eigenen Angaben nicht vollständig lesen können. Nach seiner Befragung durch die Staatsanwaltschaft wurde A. A. wieder freigelassen.

Anzeige gegen Tatlıtuğ und seinen Anwalt

Die Anwältin von A. A., Fatma Uluca Telli, reichte sowohl bei der Istanbuler Anwaltskammer als auch bei der Staatsanwaltschaft Beschwerde ein.

Bei der Anwaltskammer beantragte sie unter anderem eine Disziplinaruntersuchung gegen den Anwalt İbrahim Ateş. Ihm wird vorgeworfen, seine berufliche Stellung genutzt zu haben, um auf den während der Festnahme befindlichen A. A. Einfluss zu nehmen.

Auch bei der Staatsanwaltschaft wurde Strafanzeige erstattet. Als Beschuldigte werden darin Ateş und Kıvanç Tatlıtuğ genannt. Laut der Anzeige soll Ateş A. A. bei einem Gespräch unter vier Augen gesagt haben: „Ich werde Ihnen helfen. Ich werde Sie hier herausholen.“ Anschließend soll er ihm den Vertrag zur Unterschrift vorgelegt haben.

Die Anwältin fordert unter anderem, das Original des von A. A. unterschriebenen Vertrags sicherzustellen.

„Sie wollten mir die gesamte Schuld zuschieben“

A. A. bestreitet eine Verantwortung für den Unfall. Er erklärte, obwohl er keine Schuld habe, sei er festgenommen worden.

Nach seiner Darstellung sei Yangibayev für die Arbeiten auf das Dach geschickt worden. Nachdem dieser gestürzt sei, habe man ihn als seinen Mitarbeiter dargestellt. Der Anwalt von Tatlıtuğ habe ihm während der Festnahme versprochen, die Situation zu klären, wenn er bestimmte Unterlagen unterschreibe.

A. A. behauptet, ihm sei dabei ein rückdatierter Vertrag vorgelegt worden, durch den die gesamte Verantwortung für den Vorfall auf ihn abgewälzt werden sollte. Ob diese Vorwürfe zutreffen, ist Gegenstand der eingeleiteten Ermittlungen.