Die Miss-Universe-Wahl 2025 in Thailand steht unter dem Schatten schwerer Betrugsvorwürfe. Ceren Arslan, die Türkiye bei dem Wettbewerb vertrat, hat massive Kritik an der Veranstaltung geäußert und von Manipulation gesprochen.
Laut Arslan war der Wettbewerb nicht fair. „Wir haben verstanden, dass von Anfang an ein Drehbuch gespielt wurde“, wurde die Kandidatin in türkischen Medien zitiert. „Diese Sache ist über die Schönheit hinausgewachsen.“ Arslan behauptet außerdem, die Jury sei nicht unabhängig gewesen. So soll der Vater der mexikanischen Kandidatin eine Vereinbarung mit dem Komiteevorsitzenden getroffen haben. Zudem sollen die Lebenspartner der Kandidatinnen aus Paraguay und der Ukraine ursprünglich in der Jury gesessen haben und erst nach öffentlichem Druck zurückgetreten sein.

Finalistinnen geben Titel zurück
Die Vorwürfe erhalten durch die Reaktionen anderer Teilnehmerinnen Gewicht. Zwei Finalistinnen, Olivia Yacé aus der Elfenbeinküste (Platz 4) und Brigitta Schaback aus Estland, haben nach dem Wettbewerb ihre Titel niedergelegt. Yacé begründete ihren Schritt auf Instagram mit persönlichen Werten, die eine weitere Teilnahme nicht zuließen. Schaback nannte eine „Wertediskrepanz” mit ihrer nationalen Direktorin. Ihre Verpflichtung gelte der Stärkung von Frauen und der Gleichberechtigung, erklärte sie.
Arslan sagte, sie fühle sich in ihrer Wahrnehmung bestätigt. „Ich habe die Lunte nicht gezündet, weil sie bereits gebrannt hat”, so die 21-Jährige. Nach den Abstimmungen habe es kein Ende der Skandale gegeben.
Arslan: „Manipulation ließ mich mental und physisch erschöpfen“
Auf die Frage nach möglichen Schönheitsoperationen entgegnete Arslan, dass sie selbst keine habe. Das sei im Wettbewerb jedoch erlaubt und sogar gesponsert. „Wenn es um Ästhetik geht, habe ich keine. Das Wichtigste ist, dass vielen meiner Freundinnen Unrecht getan wurde.“ Sie sei mit der Erwartung angetreten, aufgrund ihrer Bemühungen unter die Top 30 zu kommen, fühle sich aber zurückgesetzt. „Einige Kandidatinnen wurden mehr in den Vordergrund gestellt, andere wurden ins Abseits gedrängt. Ich denke, es ging um Manipulation. Das hat mich mental und physisch erschöpft. Wir alle wollten gleiche Behandlung.“
Private Pläne: Sehnsucht nach türkischer Küche und Schauspielkarriere
Auf ihre persönlichen Ziele angesprochen, äußerte Arslan den Wunsch, eine Schauspielkarriere einzuschlagen. „Schauspielerei war schon immer mein Wunsch. Ich denke, mein Charakter ist dafür geeignet“, sagte sie.
Ihre Zeit in Thailand beschrieb sie als anstrengend. Nach 21 Tagen habe sie sich am meisten nach türkischem Essen und der Heimat gesehnt. Ihr erstes Essen nach der Rückkehr war Beyti Kebab.