(DHA) Balıkesir/Istanbul – Im Gerichtsverfahren um den Tod des Geschäftsmanns Halit Yukay (43) wird der bekannte Schauspieler Kıvanç Tatlıtuğ als Zeuge vernommen. Tatlıtuğ war der letzte Freund, der vor Yukays Tod telefonisch mit ihm gesprochen hatte.
Yukay war am 4. August 2025 mit seiner Yacht „Graywolf“ von Yalova in Richtung Bozcaada aufgebrochen. Das Boot wurde stark beschädigt und teilweise versunken aufgefunden. Nach 19 Tagen intensiver Suchaktion wurde Yukays Leiche in 68 Metern Tiefe vor Erdek geborgen. Die Bergung erfolgte am 3. September durch speziell ausgebildete Taucher des Rettungsschiffs TCG Alemdar. Nach der Autopsie wurde Yukay am 6. September in Ümraniye, Istanbul, beigesetzt.
Spuren am Frachtschiff „Arel 7“
Untersuchungen ergaben, dass die Yacht offenbar mit dem Frachtschiff „Arel 7“ kollidiert war. An der Vorderseite des 92 Meter langen Schiffes wurden Schrammen und Kratzspuren festgestellt, die laut kriminaltechnischem Gutachten Farbproben mit Yukays Yacht übereinstimmen. Sicherheitskameras dokumentierten zudem die Ankunft der „Arel 7“ im Hafen von İzmit am 5. August, wobei die Besatzung das Schiff inspizierte und die Beschädigungen sichtbar wurden.
Der Kapitän und die Anklage
Der Kapitän des Frachtschiffs, Cemal Tokatlıoğlu, wurde wegen fahrlässiger Tötung zunächst festgenommen, später aber unter Auflagen wieder freigelassen. Am 23. Oktober wurde er schließlich von der 3. Strafkammer in Erdek auf freien Fuß gesetzt.
Die Staatsanwaltschaft Bandırma fordert im Zuge des Verfahrens für den Kapitän eine Haftstrafe von 3 bis 9 Jahren, während weitere Angeklagte, darunter der Schiffsbesitzer und Crewmitglieder, wegen unterlassener Hilfeleistung 1 bis 3 Jahre Haft droht.
Gerichtssitzung und Spannungen im Saal
Die erste Verhandlung begann am 31. Dezember 2025 vor dem 2. Strafgericht Erdek und dauerte 11 Stunden. Während der Sitzung kam es zu Spannungen zwischen den Anwälten der Opfer und der Verteidigung, insbesondere über die Interpretation der Spuren am Schiff.
Kapitän Tokatlıoğlu betonte in seiner Verteidigung, dass er keinen Zusammenstoß mit einem Objekt erkannt habe und dass er bei seiner ersten Aussage unter Druck gestanden habe. Er wies die Vorwürfe zurück und forderte seine Freisprechung.
Zeugenladung von Kıvanç Tatlıtuğ
Das Gericht ordnete an, dass Tatlıtuğ erneut als Zeuge vernommen wird. Außerdem soll Yukays Ehefrau Rania Stypa Yukay über das SEGBİS-System (Videoübertragung) aussagen. Weitere Anträge, etwa eine Inspektion des Schiffes in betriebsbereitem Zustand, werden nach Abschluss der noch fehlenden Unterlagen geprüft.