Der frühere türkische Nationalspieler Ümit Karan hat vor Gericht detailliert zu den gegen ihn erhobenen Drogendelikten ausgesagt und dabei mit der Offenlegung seiner Finanzen für Aufsehen gesorgt. Der 47-Jährige gab an, ein monatliches Einkommen von 700.000 Türkischen Lira (rund 13.000 Euro) zu haben. Zugleich wies er die Vorwürfe als Racheakt einer früheren Partnerin zurück.
Karan musste sich erstmals vor der 41. Großen Strafkammer verantworten. Die Anklage wirft ihm „Handel mit oder Beschaffung von Drogen oder Aufputschmitteln” vor und fordert eine Haftstrafe von nicht weniger als zehn Jahren. Der Angeklagte bestritt die Tatvorwürfe vollständig.
Er sieht die Ursache für das Verfahren einzig in den Aussagen seiner Ex-Freundin Şule Naz Öztürk: „Der einzige Grund, warum ich hier bin, sind ihre Behauptungen. Nach der Trennung hat sie ständig versucht, über mein Umfeld Kontakt zu mir aufzunehmen. Ich habe sie überall blockiert. Schließlich hat sie mich aus Rache mit dieser Verleumdung angezeigt“, ließ Karan vor Gericht protokollieren. Er fügte hinzu, dass Öztürk auch andere Bekannte aus seinem Umfeld falsch beschuldigt habe. Zudem habe sie angegeben, ihn zuletzt vor sieben Monaten getroffen zu haben, obwohl ein bei ihr durchgeführter Drogentest positiv ausgefallen sei. Karan zufolge wäre diese Darstellung nicht korrekt.
Die Untersuchungshaft hat nach eigenen Angaben deutliche Spuren bei dem ehemaligen Profi hinterlassen. Während seiner Zeit im Gefängnis sei er fünfmal in ein Krankenhaus eingeliefert worden. „Psychologisch habe ich schwere Tage durchgemacht. In meinem nächsten Leben werde ich vorsichtiger sein“, sagte Karan.
Nach Anhörung der Verteidigung und der Zeugen entschied das Gericht, Karan aus der Untersuchungshaft zu entlassen. Allerdings wurde gegen ihn eine Ausreisesperre verhängt. Das Verfahren wird fortgesetzt.