Nun sind die Einzelheiten der einvernehmlichen Scheidung zwischen der türkischen Schauspielerin İrem Helvacıoğlu und dem Unternehmer Ural Kaspar öffentlich geworden. Kern der Vereinbarung ist ein ungewöhnlicher Tauschhandel: Die Mutter verzichtet vollständig auf finanzielle Forderungen, damit die gemeinsame Tochter ihren Familiennamen erhält.
Laut dem von der Zeitung Hürriyet eingesehenen Scheidungsprotokoll hat İrem Helvacıoğlu weder Unterhalt noch eine materielle oder immaterielle Entschädigung gefordert. Im Gegenzug stimmte Ural Kaspar zu, dass die erst sechs Monate alte Tochter Sora künftig den Nachnamen Helvacıoğlu trägt und nicht den seinen.
Die Ehe des Paares wurde im Jahr 2024 geschlossen. Im Oktober 2025 kam Tochter Sora zur Welt. Die Scheidung wurde vor wenigen Tagen in einer einzigen kurzen Verhandlung rechtskräftig vollzogen. Das Sorgerecht für das Baby liegt offiziell bei der Mutter.
Streitpunkt Schulgeld als Auslöser
Der ungewöhnliche Schritt, finanzielle Sicherheiten gegen den Namen des Kindes einzutauschen, soll einem Ultimatum entsprungen sein. Laut türkischen Medienberichten erklärte Kaspar im Laufe der Trennungsverhandlungen sinngemäß, er werde weder Unterhalt zahlen noch sich an künftigen Schul- oder Ausbildungskosten des Kindes beteiligen. Daraufhin konterte Helvacıoğlu: „Dann gib ihr auch nicht deinen Nachnamen.” Als der Vater mit „In Ordnung” antwortete, wurde diese Klausel fester Bestandteil der gerichtlichen Einigung.
Prominente Vorbilder Tülin Şahin und Işın Karaca
Der Fall reiht sich in eine wachsende Zahl prominenter Verfahren in der Türkei ein, bei denen Mütter juristisch für den eigenen Nachnamen ihrer Kinder kämpfen. Erst im vergangenen März endete ein sechs Jahre langer Rechtsstreit des Models Tülin Şahin erfolgreich: Sie durfte den Nachnamen ihrer Tochter vom portugiesischen Vater (de Noronha) offiziell in Şahin ändern. Zuvor hatte bereits die Sängerin Işın Karaca im Jahr 2018 per Gerichtsbeschluss erreicht, dass ihre Tochter Mia den mütterlichen Nachnamen trägt, um das Kind vor der damaligen negativen medialen Berichterstattung über den leiblichen Vater zu schützen.