Es war ein logistisches Kunststück mit staatlicher Rückendeckung: Die niederländisch-türkische Pianistin und Sängerin Karsu gab am 5. Mai, dem niederländischen Nationalfeiertag, binnen weniger Stunden Konzerte in vier verschiedenen Städten. Für den Transport zwischen den Bühnen stellten die Königlichen Luftstreitkräfte eigens einen Helikopter bereit.
Die 35-Jährige wurde von der niederländischen Regierung zur „Botschafterin der Freiheit” für das Jahr 2026 ernannt. Im Rahmen der zentralen Feierlichkeiten zum „Bevrijdingsdag” trat sie zunächst in der Provinz Limburg auf, ehe sie nacheinander in Roermond, Den Bosch und Haarlem vor insgesamt Zehntausenden Besuchern spielte und sang.

Die Künstlerin selbst bezeichnete den Tag als außergewöhnlich. „Es war großartig“, sagte Karsu im Anschluss an den Marathon. Trotz der Warnung ihres Teams, ihre Energiereserven einzuteilen, habe sie sich voll verausgabt: „Sie sagten mir: ‚Gib nicht alles‘, aber das kann ich nicht. Jetzt bin ich sehr erschöpft, denn ich habe wirklich alles gegeben.“
Inhaltlich stellte Karsu den Freiheitsgedanken ins Zentrum ihrer Auftritte. „Es war eine große Ehre, Teil dieses Ereignisses zu sein. Als Mensch, als Frau hier stehen zu dürfen, sagen zu können, was ich will, und mich bewegen zu können, wie ich will, ist unglaublich wertvoll“, erklärte sie. Angesichts der großen Menschenmenge habe sie den Auftrag gespürt, eine klare Botschaft zu senden: „Ich musste den Leuten vermitteln, was Freiheit wirklich bedeutet, und genau das habe ich versucht.“