Der türkische Sänger und Schauspieler Emre Altuğ hat in einer Fernsehsendung erstmals ausführlich über finanzielle Rückschläge in seiner Karriere gesprochen. In der Talkshow „İbrahim Selim ile Bu Gece“ erklärte der Popstar der 1990er-Jahre, dass er einen Großteil seiner Einnahmen in ein eigenes Gastronomieprojekt investiert habe, das jedoch nicht den erhofften Erfolg gebracht habe.
„Ich konnte das Geschäft nicht führen“, sagte Altuğ. „Alles, was ich zuvor verdient hatte, habe ich in den Laden gesteckt.“ Schon seit seiner Schulzeit habe er davon geträumt, einen eigenen Treffpunkt zu eröffnen. „Ich wollte einen Ort, an dem ich Zeit mit Freunden verbringen kann. Aber es hat nicht funktioniert. Man sollte keine Geschäfte machen, die man nicht versteht“, räumte der Musiker ein. Heute betrachte er die Erfahrung vor allem als Lehre.
Karrierebeginn mit Unterstützung von Sezen Aksu
In der Sendung erinnerte Altuğ auch an die Anfänge seiner Musikkarriere. 1999 veröffentlichte er sein Debütalbum „İbret-i Alem“. Den entscheidenden Impuls dafür habe er von der bekannten Sängerin Sezen Aksu erhalten.
Mitte der 1990er Jahre begleitete er sie bei Open-Air-Konzerten. „Sie sagte zu mir: ‚Lass uns ein Album für dich machen‘“, berichtete Altuğ. Zunächst habe er jedoch gezögert, da er sich eine Laufbahn als Schauspieler vorgestellt habe. Erst später begann er, eigene Songs zu schreiben.
Geplant war auch ein Treffen mit Aksu und dem renommierten Musiker Onno Tunç, um an neuen Liedern zu arbeiten. Kurz davor kam Tunç jedoch bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. „Das war für uns alle eine sehr traurige Zeit“, sagte Altuğ. Das Projekt sei daraufhin zunächst gescheitert, doch er habe weiter komponiert und schließlich einen Plattenvertrag erhalten.
Distanz zum „Star“-Image
Der Sänger äußerte sich zudem kritisch über den Begriff „Star“. Die damit verbundenen Erwartungen und Verhaltensweisen entsprächen nicht seinem Lebensstil. „Wenn es so etwas wie Star-Sein gibt, dann für mich nur auf der Bühne“, sagte er. Privat bevorzuge er ein einfacheres und unauffälligeres Leben.
Neben der Musik arbeitete Altuğ im Laufe seiner Karriere auch als Schauspieler. Dabei habe ihm sein äußeres Erscheinungsbild manchmal im Weg gestanden. Für einen Film war er ursprünglich für die Rolle eines Bösewichts vorgesehen, doch die Produzenten hatten Zweifel. „Sie sagten: ‚Der sieht doch gar nicht wie ein Bösewicht aus‘“, berichtete der Künstler. Schließlich konnte er die Rolle doch übernehmen, nachdem er darauf bestanden hatte, sein Aussehen entsprechend zu verändern.
Klare Haltung zu Beziehungen
Auch über private Beziehungen sprach der Musiker. Trennungen seien grundsätzlich schwierig, sagte er. „Egal, wie eine Beziehung endet – eine Trennung ist immer etwas Negatives.“ Besonders wichtig sei ihm Ehrlichkeit. „Was mich in jeder Art von Beziehung sofort abkühlt, ist eine Lüge“, erklärte Altuğ. Unwahrheiten könne er meist schnell erkennen.
Trotz beruflicher Rückschläge und persönlicher Erfahrungen blickt der Künstler heute gelassener auf seine Vergangenheit. Fehler gehören zum Leben, entscheidend ist, daraus zu lernen, sagte er.