Im Fall des mysteriösen Todes der türkischen Arabeske-Sängerin Güllü (bürgerlicher Name: Gül Tut) sind neue, belastende Tonaufnahmen aufgetaucht. Die Sängerin war am 26. September 2025 aus dem Fenster ihrer Wohnung im Yalovaer Stadtteil Çınarcık gestürzt und unter verdächtigen Umständen ums Leben gekommen. Nun sorgen Mitschnitte von Telefonaten ihrer Tochter Tuğyan Ülkem Gülter für Aufsehen, da sie angeblich einen Fluchtplan sowie ein inszeniertes „Vermächtnis“ enthüllen.
Laut einem Bericht des türkischen Senders ATV Haber stammen die Aufnahmen aus den Wochen nach dem Tod der Sängerin. In einem der Gespräche soll Gülter mit der in der Boulevardbranche bekannten Seyhan Soylu (Spitzname „Sisi”) über eine medienwirksame Inszenierung beraten haben. Demnach soll Soylu erklärt haben, man werde „den Boden bereiten“, indem man ein angebliches Testament der Verstorbenen konstruiert: Güllüs größter Wunsch sei es gewesen, ihrer Tochter ein Musikalbum zu ermöglichen. Wörtlich soll Soylu gesagt haben: „Nachdem du reingewaschen bist, als würdest du es im Andenken an deine Mutter tun, wirst du 300.000 Lira pro Abend verdienen.”
In einem weiteren Mitschnitt, der Gülter und ihren Verlobten Kervan Eminoğlu belasten soll, geht es offenbar um eine überhastete Flucht. Gülter soll eingeräumt haben, dass es ein Fehler gewesen sei, so lange am Ort zu bleiben: „Innerhalb einer Woche werden sie die Akte abschließen. Dass wir noch so lange hier sind, ist ein Fehler. Wir hätten in den ersten zehn Tagen handeln müssen.“
Die Staatsanwaltschaft hat inzwischen Anklage gegen Tuğyan Ülkem Gülter erhoben und fordert eine lebenslange Freiheitsstrafe unter erschwerten Bedingungen. Die neuen Aufnahmen dürften die Ermittlungen weiter befeuern. Die Verteidigung hat sich offiziell bislang nicht zu den jüngsten Enthüllungen geäußert.