Es war ein radikaler Schnitt, der viele Fans überraschte: Auf dem Höhepunkt ihrer Karriere kehrte die türkische Rocksängerin Özlem Tekin dem Rampenlicht den Rücken. Während ihre Hits „Hep Yek“, „Dağları Deldim“ und „Kargalar“ noch immer in den Köpfen der Menschen nachhallen, hat die Musikerin bereits 2015 ihr letztes Album veröffentlicht und sich konsequent aus der Öffentlichkeit zurückgezogen.
Seitdem bestimmt die ländliche Idylle der Ägäisregion ihren Alltag statt Konzerthallen und Studios. Tekin ließ sich zunächst in einem Dorf im Landkreis Milas in der Provinz Muğla nieder. Laut Medienberichten lebte sie zeitweise auf einem Bauernhof und übernahm später das Amt der Muhtar-Vertreterin im Ortsteil Gündoğan Küçükbük. Die Muhtar, vergleichbar mit einer Bürgermeisterin auf lokaler Ebene, vertritt die Interessen der Dorfgemeinschaft. Später zog Tekin offenbar in das Bodrum-Viertel Gündoğan, um näher bei ihrer Mutter zu sein.
Nun wurde die Künstlerin nach Jahren der völligen Abgeschiedenheit erstmals wieder von Kameras erfasst. Laut einem Bericht des türkischen Journalisten Umut Ünver hielt sie sich im Garten ihres Hauses auf, als sie die Fotografen bemerkte. Die 49-Jährige reagierte umgehend, zog sich ins Haus zurück und gab kein Statement ab.
Die seltenen Aufnahmen der Sängerin verbreiteten sich rasant in den sozialen Netzwerken und lösten eine Welle von Kommentaren aus. Während viele Nutzer ihre Verbundenheit mit den alten Hits bekundeten, zeigten sich andere erstaunt über die konsequente Distanz der einstigen Rockikone zum Glamourleben. Eine offizielle Stellungnahme zu einer möglichen Rückkehr zur Musik gibt es von Özlem Tekin bislang nicht.