Die umfassenden Drogenermittlungen in der Türkei erreichen eine neue, prominente Ebene: Gegen einen langjährigen Top-Manager des Medienunternehmens von Star-Produzent Acun Ilıcalı wurde ein Haftbefehl erlassen. Dies wurde übereinstimmend in Medienberichten bestätigt.
Gesucht wird Esat Yontuç, der als Generalkoordinator bei Acun Medya tätig ist. Er soll sich derzeit im Ausland aufhalten. Insgesamt wurden Haftbefehle gegen drei flüchtige Verdächtige erlassen. Yontuç ist eine zentrale Figur der türkischen TV-Landschaft. Seit 2004 verantwortete er bei Acun Medya zahlreiche große Fernsehproduktionen.
In einer Stellungnahme in den sozialen Medien erklärte Yontuç, er werde mit dem ersten möglichen Flug in die Türkei zurückkehren. Er bestritt jegliche Schuld.
Die neuen Haftbefehle folgen auf eine erste Verhaftungswelle am 20. Januar. Damals wurden bereits mehrere bekannte Personen festgenommen, darunter der Social-Media-Influencer Bilal Hancı, der Kolumnist Mehmet Üstündağ sowie die Geschäftsleute Ibrahim Barut und Abdullah Gencal.
Die Staatsanwaltschaft Istanbul wirft den Beschuldigten vor, den Konsum von Rauschgift und Prostitution ermöglicht zu haben. Die Ermittlungen erschüttern seit Wochen die türkische Medien- und Unterhaltungsbranche.
Die Liste der bereits Inhaftierten liest sich wie ein „Who is who“ dieser Sektoren: Sie umfasst unter anderem den ehemaligen Chefredakteur des Senders Habertürk, Mehmet Akif Ersoy, die Nachrichtenmoderatorin Ela Rümeysa Cebeci, die Journalistin Ebru Gülan, die Unternehmer Mustafa Manaz und Ufuk Tetik sowie den ehemaligen Fußballprofi Ümit Karan.