Semiramis Pekkan hat erstmals ausführlich über ihre Erfahrungen mit Krebs gesprochen. Die türkische Sängerin, die im vergangenen Jahr ihre Lungenkrebsdiagnose öffentlich gemacht hatte, schilderte in einer Online-Sendung, wie sehr sie bestimmte Momente der Behandlung unerwartet aus der Bahn geworfen haben – insbesondere der plötzliche Haarausfall.
Im Gespräch mit der Psychologin und Psychoonkologin Pelin Erbil erklärte Pekkan, dass sie die Diagnose zunächst mit einer grundsätzlich akzeptierenden Haltung aufgenommen habe. Das Krankenhaus habe ihr unmittelbar nach Bekanntwerden der Erkrankung psychologische Unterstützung angeboten. „Wir haben uns gut verstanden“, sagte sie rückblickend über die begleitende Betreuung. Letztlich sei sie jedoch vergleichsweise stabil geblieben. Sie habe gelernt, sowohl positive als auch negative Entwicklungen anzunehmen und darauf aufzubauen.
Rückhalt im engsten Kreis
Besonders wichtig war für sie die Unterstützung ihrer älteren Schwester, der bekannten Sängerin Ajda Pekkan. „Ich habe keine große Familie, nur meine Schwester“, so Pekkan. Sie habe sich stets von ihr getragen gefühlt. Auch ein kleiner Kreis enger Freunde habe sie begleitet. Mehr Kontakte habe sie in dieser Phase bewusst nicht zugelassen.
Manche Reaktionen aus dem Umfeld seien belastend gewesen, schilderte die Künstlerin. Mitunter habe sie in Blicken eine Art Abschiedsstimmung wahrgenommen. „Als würde man denken: Sie ist schon verloren“, sagte sie sinngemäß. Solchen Situationen sei sie bewusst ausgewichen, da sie dieses Gefühl selbst nicht geteilt habe.
„Der Haarausfall traf mich unvorbereitet“
Trotz ihrer gefassten Grundhaltung gab es Momente, in denen sie ins Wanken geriet. Besonders der Haarausfall habe sie überrascht. „Ich war schockiert“, berichtete Pekkan. Obwohl sie gewusst habe, dass diese Nebenwirkung eintreten könne, habe sie der tatsächliche Verlust über Nacht in Panik versetzt. „Ich sagte nur: ‚Bringt mir Haare‘“, erinnerte sie sich.
Auch körperlich habe die Therapie Spuren hinterlassen. Im Vergleich zu früher ermüde sie schneller, erklärte die Sängerin. Zwar versuche sie, sich zu fordern, stoße jedoch schneller an Grenzen. „Man muss den Verlauf der Krankheit respektieren“, sagte Pekkan.