Ein ehemaliger Teilnehmer der griechischen Ausgabe der TV-Show „Survivor“ hat nach einem schweren Unfall während der Dreharbeiten Klage in Millionenhöhe eingereicht. Der 22-jährige Stavros Floros wirft den Verantwortlichen der Produktion grobe Fahrlässigkeit vor. Zu den Beklagten zählen laut übereinstimmenden Medienberichten der türkische TV-Macher und Produzent Acun Ilıcalı sowie beteiligte Produktionsfirmen. Gefordert wird eine Entschädigung von über 100 Millionen US-Dollar.
Wie aus vorliegenden Gerichtsunterlagen hervorgeht, ereignete sich der Unfall im Mai während der Dreharbeiten zur 13. Staffel von „Survivor Griechenland“ in der Dominikanischen Republik. Laut den Portalen „Lad Bible“ und „People“ war Floros im Rahmen einer Aufgabenstellung in den Gewässern nahe des Küstenortes Bayahibe mit einer Harpune zum Fischen unterwegs. Dabei geriet er eigenen Angaben zufolge in den Sog eines vorbeifahrenden Touristenbootes. Die Schiffsschraube erfasste sein Bein, woraufhin der 22-Jährige so schwer verletzt wurde, dass das Bein amputiert werden musste.
In der am 3. September eingereichten Klageschrift erhebt der Grieche schwere Vorwürfe gegen das Produktionsteam. Er argumentiert, das Format habe die Kandidaten dazu gezwungen, in einem stark frequentierten Seegebiet zu tauchen. Obwohl die Gegend bekanntermaßen von Ausflugsbooten genutzt wird und es dort bereits zu Beinahe-Unfällen gekommen ist, hat die Produktion seiner Meinung nach keine ausreichenden Sicherheitsmaßnahmen ergriffen. So seien weder Begleitboote zur Absicherung noch Sperrzonen oder adäquate Warnhinweise für den Schiffsverkehr vorhanden gewesen.
Floros wirft den Beklagten vor, die Gefahrenlage gekannt und dennoch billigend in Kauf genommen zu haben. Der Unfall sei daher „vollständig vermeidbar“ gewesen. Neben dem physischen Trauma und den dauerhaften gesundheitlichen Folgen macht die Klage auch die langfristigen wirtschaftlichen Einbußen des jungen Mannes geltend. Die geforderte Summe von über 100 Millionen Dollar setzt sich aus Schadensersatz sowie Strafzahlungen zusammen.
Der Fall wirft ein Schlaglicht auf die Sicherheitsstandards bei internationalen Reality-TV-Produktionen, die häufig unter Extrembedingungen an exotischen Schauplätzen stattfinden. Eine offizielle Stellungnahme von Acun Ilıcalı oder den beteiligten Produktionsfirmen lag zunächst nicht vor.