ISTANBUL – In der Türkei verzeichnen Restaurants während des diesjährigen Ramadan eine deutliche Zunahme der Nachfrage nach Iftar-Mahlzeiten. Die Buchungen liegen rund 30 Prozent über dem Vorjahresniveau, wie Branchenvertreter berichten.
Die steigende Nachfrage sei zum Teil eine Reaktion darauf, dass viele Betriebe versuchen, Kunden zurückzugewinnen, die im Jahr 2025 aufgrund höherer Preise ausgeblieben waren. Viele Restaurants haben ihre Preise daher nur moderat um 10 bis 20 Prozent angehoben, während sie in einigen Fällen stabil geblieben sind. Die Festpreis-Menüs reichen derzeit von 1.500 bis 3.000 Türkischen Lira pro Person. Luxuriöse Restaurants und Hotels verlangen bis zu 8.000 Lira für ein Iftar-Essen.
Ramazan Bingöl, Präsident des All Restaurants and Tourism Association (TÜRES), erklärte, die Saison habe positiv begonnen. Besonders Firmenevents legen wieder deutlich zu: Nachdem diese nach der Pandemie um bis zu 80 Prozent eingebrochen waren, verzeichnen die Restaurants nun ein Plus von etwa 30 Prozent. „Letztes Jahr war schwierig, aber in diesem Jahr startet alles vielversprechend. Die Nachfrage steigt, weil die Preissteigerungen moderat geblieben sind“, sagte Bingöl.
Auch im Online-Bereich zeigt sich der Trend deutlich. Lieferplattformen für Lebensmittel und fertige Mahlzeiten melden während der Iftar-Stunden einen Anstieg der Bestellungen um 40 bis 45 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Besonders auffällig: Bestellungen, die ein bis zwei Stunden vor Sonnenuntergang aufgegeben werden, haben um bis zu 85 Prozent zugenommen. Dies unterstreiche die wachsende Bedeutung digitaler Plattformen für die Versorgung der Haushalte während des Ramadan.