Was als Aprilscherz begann, liegt nun tatsächlich im Kühlregal: Lidl verkauft ab sofort ein „Döner-Croissant-DIY-Set“. Wie das Unternehmen auf Instagram mitteilte, erfolgte der Verkaufsstart am Montag, dem 3. August 2026. Das Set kostet 7,99 Euro, ist bundesweit erhältlich und nur so lange der Vorrat reicht. Zunächst hatte das Fachmagazin „Lebensmittelpraxis“ über die Aktion berichtet.
Virale Welle macht Produkt möglich
Auslöser der ungewöhnlichen Markteinführung ist eine Social-Media-Kampagne des Influencers Riton. Der Content Creator mit 1,6 Millionen Followern auf TikTok bewarb den fiktiven Snack ursprünglich als Gag und erreichte damit binnen kurzer Zeit ein Millionenpublikum. Lidl reagierte umgehend und ernannte Riton kurzerhand zum „Head of Croissant“. Seitdem fungiert er als zentrale Figur für die Vermarktung des Produkts auf Instagram.
Der Konzern setzt damit gezielt auf virale Momente statt auf klassische Werbekanäle. Das Döner-Croissant richtet sich an eine junge Zielgruppe, die sowohl auf TikTok aktiv ist als auch bei Discountern einkauft.
Fortsetzung einer Croissant-Strategie
Das Muster ist bei Lidl nicht neu. Bereits das sogenannte Croissant-Eis wurde über Riton vermarktet und entwickelte sich zum Verkaufsschlager. Mit dem Döner-Croissant schreibt der Discounter nun eine wiedererkennbare Kampagnenerzählung fort: Aus einem einzelnen Internet-Gag wird ein serielles Format, das immer neue Backshop-Varianten ins Rampenlicht rücken soll.
Riton agiert dabei weniger als klassischer Werbebotschafter, sondern vielmehr als Übersetzer für die Logik sozialer Medien. Er soll neue Produkte schneller in die Bild- und Videowelt von TikTok und Instagram überführen.
Influencer-Marketing bei Lebensmitteln wächst
In Deutschland zählen Lebensmittel und Getränke neben Mode zu den am stärksten über Influencer beworbenen Produktkategorien. Laut dem Tech-Magazin SQ Magazine wird das globale Volumen des Influencer-Marketing-Marktes im Jahr 2026 auf rund 34,1 Milliarden US-Dollar (etwa 29,55 Milliarden Euro) geschätzt, was einem Plus von rund zehn Milliarden Dollar gegenüber 2020 entspricht.