Gastro-Rivalität eskaliert: Griechenland beansprucht türkische Kuttelsuppe für UNESCO

20.02.2026 – 17:00 Uhr

ISTANBUL (DHA) – Griechenland hat offiziell die Aufnahme der Kuttelsuppe, in der Türkei als işkembe çorbası bekannt, in das UNESCO-Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes beantragt. In Griechenland wird das Gericht als patsas serviert und gilt als wichtiger Bestandteil der spätabendlichen Esskultur auf dem Balkan und im östlichen Mittelmeerraum.

Die griechischen Behörden haben eine Nominierungsakte beim Kulturministerium eingereicht. Nach erfolgreicher nationaler Prüfung würde der Antrag an die UNESCO weitergeleitet.

Der Schritt hat erneut Debatten über kulinarisches Eigentum und kulturelle Identität zwischen Griechenland und der Türkei entfacht. Viele Gerichte im Ägäisraum werden auf nahezu identische Weise zubereitet, ein Erbe der Jahrhunderte unter dem Osmanischen Reich.

Historische Aufzeichnungen belegen, dass Tripesuppe seit Jahrhunderten Teil der anatolischen Esskultur ist. Der osmanische Reisende Evliya Çelebi erwähnt im 17. Jahrhundert bereits Verkäufer von Kutteln und Schweinefüßen in seinem Werk Seyahatnâme, was die lange Tradition des Gerichts in Istanbul unterstreicht.

Die Diskussion über kulinarisches Erbe ist nicht auf die Ägäis beschränkt. Ein ähnlicher Streit zwischen Deutschland und der Türkei um den Döner Kebab dauert seit Jahren an – insbesondere über Standards, Namensrechte und kulturelle Zuordnung innerhalb Europas.