„Best of the World 2026“: Bozcaada als einziges türkisches Ziel auf National-Geographic-Gastro-Liste

04.06.2026 – 17:00 Uhr

Die renommierte Zeitschrift National Geographic hat ihre neue „Best of the World 2026“-Liste veröffentlicht, in der die bemerkenswertesten kulinarischen Reiseziele des Planeten gekürt werden. Unter Weinbau-Inseln, UNESCO-Gastronomiestädten und Hütern uralter Straßenküchen ist aus der Türkei nur ein einziger Ort vertreten, der dafür umso exklusiver ist: die kleine Ägäis-Insel Bozcaada.

Die Redaktion stellt Bozcaada als stilles Juwel vor, dessen Identität untrennbar mit jahrhundertealter Weinbautradition verwoben ist. Hervorgehoben werden die autochthonen Rebsorten Karalahna und Çavuş, aus denen lokale Winzer charakterstarke Weine keltern, die das gastronomische Profil der Insel prägen. Ergänzt wird das Profil durch eine typisch ägäische Kulinarik: In Weinblätter gewickelte Sardinen, Kräutermezes aus wildem Grün und ausgedehnte, regionale Frühstückstafeln machen die Insel dem Bericht zufolge zu einem lohnenden Ziel für Genussreisende.

Die globale Liste vereint insgesamt acht Destinationen, die kulinarische Tradition und Moderne auf unterschiedlichste Weise verknüpfen. So würdigt das Magazin beispielsweise die griechische Insel Kreta als jahrtausendealte Wiege der mediterranen Ernährung, deren pflanzenbasierte Kost mit einer nachweislich niedrigen Rate an Herzerkrankungen einhergeht. Aus Kanada findet Kelowna in British Columbia Eingang in die Auswahl. Die Stadt ist die erste in Kanada, die den UNESCO-Titel „City of Gastronomy“ trägt, und punktet mit einer Verschmelzung aus Weinkultur am Okanagan-See und indigenen Einflüssen.

Nostalgie und akute Bedrohung kennzeichnen hingegen den Beitrag über Hawaii: Das Magazin weist auf die Gefahr hin, dass die traditionelle Nudelsuppe „Saimin“ – ein Erbe japanischer und chinesischer Plantagenarbeiter, bestehend aus Dashi-Brühe, Eiernudeln und Barbecue-Fleisch – vom Verschwinden bedroht ist. In eine völlig andere Aromenwelt entführt der Bericht über Buôn Ma Thuột im zentralen Hochland Vietnams. Die Stadt findet internationale Anerkennung als aufstrebende Kaffeehauptstadt für koffeinreiche, säurearme Robusta-Bohnen.

Einen Bogen von historischer zu innovativer Genusskultur schlägt die Liste mit Prag. Die tschechische Hauptstadt erlebt durch die Modernisierung der deftigen, fleischlastigen Nationalküche und eine wachsende Szene neuer Restaurants demnach eine Renaissance als gastro-touristisches Ziel. Ebenfalls geadelt wird Lucknow in Indien, eine von der UNESCO ausgezeichnete Stadt, die mit der langsamen „Dum Pukht“-Garmethode, persisch geprägten Kebab-Variationen und safranduftenden Reisgerichten lockt. Abgerundet wird die Auswahl durch die kolumbianische Karibikküste, wo Städte wie Cartagena und Barranquilla mit avantgardistischen Köchen und Food-Festivals das kulinarische Erbe aus Meeresfrüchten und tropischen Früchten neu interpretieren.