ANKARA – Die Zahl der registrierten Anwälte in der Türkei ist in den letzten fünf Jahren stark gestiegen. Laut offiziellen Angaben der Union der Türkischen Anwaltskammern (Türkiye Barolar Birliği) erhöhte sich die Zahl bis Ende 2025 auf 206.678, was einem Anstieg von 44 Prozent entspricht.
Seit 2020 ist damit ein Zuwachs von 63.348 Anwälten zu verzeichnen, was das kontinuierliche Wachstum des juristischen Berufs in der Türkei widerspiegelt.
In der Türkei wird der Beitrag von Anwälten zur Rechtsstaatlichkeit und zum Schutz der Verteidigungsrechte jährlich am 5. April, dem sogenannten „Tag der Anwälte“, gewürdigt.
Die Verteilung der Anwälte ist stark auf die großen Städte konzentriert. Fast die Hälfte ist in Istanbul und der Hauptstadt Ankara registriert. Istanbul beherbergt insgesamt 71.442 Anwälte in seinen beiden Anwaltskammern, während Ankara 29.284 Anwälte zählt. Weitere Provinzen wie Izmir, Antalya und Bursa verzeichnen ebenfalls nennenswerte, aber geringere Zahlen.
Die Geschlechterverteilung innerhalb des Berufs ist relativ ausgeglichen: 51,6 Prozent der Anwälte sind Männer, 48,4 Prozent Frauen.
Laut einer Studie des in Ankara ansässigen Instituts für Sozialforschung gehört die Türkei mittlerweile zu den anwaltssreichsten Ländern Europas. Hauptgrund ist die schnelle Expansion der juristischen Fakultäten. Derzeit gibt es 89 aktive juristische Fakultäten, nahezu 100 einschließlich der inaktiven. Von diesen wurden 67 in den letzten 25 Jahren gegründet.
Allerdings weist der Bericht darauf hin, dass das starke Wachstum nicht immer mit ausreichendem akademischem Personal oder Infrastruktur einherging, was Bedenken hinsichtlich der Qualität der juristischen Ausbildung aufwirft.