In der türkischen Thermalkurstadt Yalova herrscht wenige Tage vor dem neuntägigen Opferfest Ausnahmezustand: Die historischen Heilquellen, die einst von römischen Kaisern und osmanischen Sultanen genutzt wurden, erwarten eine noch nie dagewesene Besucherwelle. Die Betreiber rechnen mit einem Buchungsboom der Spitzenklasse und könnten schon bald „ausgebucht“ melden müssen.
Die Region mit ihrer 1700-jährigen Bädertradition zählt zu den bedeutendsten Zentren des Gesundheitstourismus im Land. Auf einem 3.600 Hektar großen Areal in der Gemeinde Termal, nur zwölf Kilometer vom Stadtzentrum entfernt, reihen sich Kureinrichtungen, Wanderwege und historische Badehäuser aneinander. Insgesamt 17 staatlich lizenzierte Anlagen sowie zahlreiche kommunale Betriebe stellen 5.000 Betten bereit.
Kurz vor dem islamischen Opferfest ist bereits die Hälfte aller Betten vergeben. „Die aktuelle Reservierungsquote liegt bei 50 Prozent. Wir gehen fest davon aus, dass wir in der Festwoche eine Vollbelegung von 100 Prozent erreichen werden”, sagt Mustafa Kaba, stellvertretender Leiter der Termal-Gesundheitseinrichtungen. Die Vorbereitungen in den Häusern seien abgeschlossen und die Wartungs- und Renovierungsarbeiten an Saunen, Dampfbädern und Außenpools seien erledigt.
Vor allem der Tagestourismus heizt die Stimmung zusätzlich an. Während sich an normalen Tagen rund 500 Gäste in den jahrhundertealten Badehäusern drängen, schnellt diese Zahl an Feiertagen erfahrungsgemäß auf bis zu 2.000 Besucher hoch. Schon jetzt, außerhalb der Hauptreisezeit, melden die Betriebe eine Grundauslastung von 40 Prozent.
Um den Massenandrang zu kanalisieren, plant das Management einen Eingriff in die Verkehrsinfrastruktur. Der Bereich rund um die Quellen soll weitgehend zur Fußgängerzone umgewandelt werden. „Wir arbeiten mit Hochdruck an einem neuen Parkplatz direkt am Eingang des Geländes, der pünktlich zum Fest fertig sein wird“, erklärte Kaba. Das Ziel besteht darin, den Autoverkehr drastisch zu reduzieren und die Grünanlagen den Fußgängern zurückzugeben. Die einst als Geheimtipp gehandelten heißen Quellen von Yalova rüsten sich somit für einen historischen Besucherrekord.