Winterregen verschiebt Waldbrandsaison in der Türkei – Experten warnen vor anhaltender Gefahr

08.07.2026 – 14:00 Uhr

Starke Niederschläge im Winter haben den Beginn der Waldbrandsaison in der Türkei zwar verzögert, die Gefahr jedoch nicht beseitigt. Ein Experte warnt davor, dass die üppige Vegetation nach den regenreichen Monaten mit zunehmender Sommerdürre zu einem zusätzlichen Brandrisiko werden könnte.

Der Wissenschaftler Ufuk Özkan erklärte, dass die Türkei in den ersten Monaten des Jahres mehr Regen erhalten habe als vom staatlichen Wetterdienst vorhergesagt. Die Niederschläge hätten die Folgen der starken Trockenheit des vergangenen Jahres zunächst abgemildert.

„Die Regenfälle haben den Beginn der Waldbrandsaison verzögert, aber sobald die Sommerdürre einsetzt, bleibt die Gefahr bestehen“, sagte Özkan.

Nach Angaben des Experten fielen viele Niederschläge im ersten Quartal 2026 in Form kurzer, aber sehr intensiver Regenfälle. Dadurch konnte ein großer Teil des Wassers nicht tief in den Boden eindringen, sondern floss oberflächlich ab. Die Grundwasserreserven profitierten daher weniger stark als erwartet.

Die feuchteren Böden sorgten im Frühjahr für ein starkes Wachstum von Gräsern und anderer Vegetation. Mit steigenden Temperaturen trocknete diese Pflanzenmasse Ende Juni und Anfang Juli jedoch zunehmend aus und entwickelte sich zu leicht entzündlichem Brennmaterial.

Besonders gefährdet seien laut Özkan Übergangsbereiche zwischen Waldflächen und Wohngebieten. Rund 65 Prozent des Brandrisikos konzentrierten sich auf diese Zonen, in denen trockene Gräser und niedrige Vegetation häufig die Ausbreitung von Feuern begünstigen.

Die Generaldirektion für Forstwirtschaft der Türkei habe umfangreiche Risikokarten erstellt und sei organisatorisch gut vorbereitet. Dennoch seien eine schnelle Erkennung von Bränden und die Aufmerksamkeit der Bevölkerung entscheidend, um Schäden zu begrenzen.

Auch zahlreiche Gemeinden in den Ägäis- und Mittelmeerregionen haben bereits begonnen, trockenes Gras entlang von Siedlungsrändern zu entfernen. Özkan fordert jedoch eine noch engere Zusammenarbeit zwischen Kommunen und Forstbehörden, um die Waldbrandgefahr während der Sommermonate weiter zu reduzieren.