Paris – Westeuropa hat in diesem Jahr den heißesten Juni seit Beginn der Wetteraufzeichnungen erlebt. Das teilte der EU-Klimadienst Copernicus am 9. Juli mit. Eine intensive Hitzewelle sorgte in mehreren Ländern für außergewöhnlich hohe Temperaturen.
Die durchschnittliche Temperatur in Westeuropa lag im Juni bei 20,74 Grad Celsius und damit mehr als 3 Grad über dem Durchschnitt der Jahre 1991 bis 2020. Damit wurde der bisherige Rekord aus dem Juni 2025 übertroffen.
Die aktuellen Daten wurden veröffentlicht, während Europa erneut von einer Hitzewelle getroffen wird. Bereits im Juni hatte der Kontinent eine Rekordhitze erlebt, nachdem es schon im Mai ungewöhnlich früh zu einer starken Wärmephase gekommen war.
„In einer wärmeren Welt werden wir mehr Hitzewellen erleben“, sagte Samantha Burgess, Strategische Klimaleiterin beim Europäischen Zentrum für mittelfristige Wettervorhersagen (ECMWF), das den Copernicus-Dienst betreibt. Diese Hitzewellen würden intensiver, länger andauern und größere Regionen betreffen.
Weltweit war der Juni der zweitwärmste Juni seit Beginn der Messungen. Auch Europa insgesamt verzeichnete den zweitheißesten Juni seiner Geschichte.
Nach Angaben von Copernicus lagen die weltweiten Temperaturen im Juni 1,39 Grad Celsius über dem vorindustriellen Durchschnitt der Jahre 1850 bis 1900.
Auch die Ozeane erreichten im Juni einen neuen Temperaturrekord. Experten sehen darin weitere Hinweise auf die zunehmenden Auswirkungen des menschengemachten Klimawandels.
„Wir befinden uns an einem Wendepunkt, an dem der Klimawandel nicht mehr nur ein abstraktes Zukunftsproblem aus wissenschaftlichen Berichten ist, sondern eine konkrete und störende Realität des täglichen Lebens“, erklärte Burgess.