Die Bevölkerung der Türkei wächst, doch die jüngsten Altersgruppen werden kleiner. Nach Angaben des Türkischen Statistikinstituts (TÜİK) sank die Zahl der Kinder unter 15 Jahren zwischen dem ersten und dritten Quartal 2026 um 189.589 auf 17,25 Millionen.
Besonders deutlich war der Rückgang bei den jüngsten Altersgruppen. Die Zahl der Kinder zwischen null und vier Jahren verringerte sich im selben Zeitraum um 112.844 auf rund 4,71 Millionen. Bei den Fünf- bis Neunjährigen wurde ein Minus von 118.229 auf knapp 5,96 Millionen verzeichnet.
Zusammengenommen gingen diese beiden Altersgruppen damit um 231.073 Personen zurück. Dass der Rückgang höher ausfällt als bei den unter 15-Jährigen insgesamt, liegt daran, dass sich die Zahl der Zehn- bis 14-Jährigen gegenläufig entwickelte. Die Zahlen beschreiben die Veränderungen der jeweiligen Altersgruppen und sind nicht mit der Zahl der Geburten gleichzusetzen.
Bevölkerung überschreitet 86,5 Millionen
Zum 1. Oktober 2026 zählte die Türkei insgesamt 86.502.286 Einwohner. Das waren 410.118 mehr als Ende 2025. Allein zwischen dem 1. Juli und dem 1. Oktober wuchs die Bevölkerung um 181.684 Menschen.
43,26 Millionen Einwohner waren männlich (50,02 Prozent), 43,24 Millionen weiblich (49,98 Prozent). Kinder unter 15 Jahren machten im dritten Quartal knapp ein Fünftel der Gesamtbevölkerung aus.
Gleichzeitig nimmt der Anteil älterer Menschen zu: Die Bevölkerung ab 65 Jahren stellte im dritten Quartal bereits 11,4 Prozent der Einwohner.
Steigende Kosten beeinflussen Familienplanung
Der demografische Wandel vollzieht sich vor dem Hintergrund sinkender Geburtenzahlen und veränderter Fertilitätstrends. Hohe Mieten sowie steigende Ausgaben für Lebensmittel, Bildung und Kinderbetreuung können ebenso wie wirtschaftliche Unsicherheit und Zukunftssorgen die Entscheidung für eine Familie beeinflussen.
Viele junge Menschen verschieben ihre Heirat. Auch verheiratete Paare entscheiden sich zunehmend dafür, mit Kindern noch zu warten. Sollte sich der Rückgang der jüngeren Altersgruppen fortsetzen, könnte dies langfristig Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt, die Zahl der Erwerbstätigen und die soziale Sicherung haben.