Weltpolitik im Zeichen der Unsicherheit: Antalya empfängt Spitzen der Diplomatie zum fünften Gipfeltreffen

16.04.2026 – 13:00 Uhr

Mitte April wird die Türkische Riviera erneut zur Bühne der Weltpolitik. Vom 17. bis 19. April 2026 findet im NEST Kongresszentrum im Touristengebiet Belek das fünfte Antalya Diplomacy Forum statt. Die hochkarätige Zusammenkunft steht in diesem Jahr unter der Schirmherrschaft von Präsident Recep Tayyip Erdoğan und der Gastgeberschaft des türkischen Außenministeriums und steht unter dem Leitthema „Die Bewältigung von Unsicherheiten bei der Gestaltung der Zukunft”.

Die offizielle Eröffnung des Forums erfolgt am Freitag, dem 17. April, durch Präsident Erdoğan und Außenminister Hakan Fidan. Die Teilnehmerliste liest sich wie ein Querschnitt der internationalen Staatengemeinschaft: Mehr als 20 Staats- und Regierungschefs sowie über 40 Außenminister aus rund 150 Ländern haben ihre Teilnahme zugesagt. Unter den angemeldeten Spitzenpolitikern befinden sich Aserbaidschans Präsident Ilham Aliyev, der kasachische Präsident Kassym-Jomart Tokajew, die moldauische Staatschefin Maia Sandu, der syrische Präsident Ahmad al-Chudr, Pakistans Premierminister Muhammad Shehbaz Sharif sowie der georgische Regierungschef Irakli Kobachidse. Auch der russische Außenminister Sergej Lawrow und sein ukrainischer Amtskollege Andrii Sybiha werden in Antalya erwartet. Begleitet wird die Konferenz zudem von Emine Erdoğan, der Ehefrau des türkischen Präsidenten, Vizepräsident Cevdet Yılmaz sowie zahlreichen Kabinettsmitgliedern und hohen Bürokraten.

Das Forum findet zu einem Zeitpunkt statt, an dem die internationale Gemeinschaft vor erheblichen geopolitischen Bewährungsproben steht. Im Zentrum der Gespräche wird voraussichtlich die eskalierende Lage im Nahen Osten stehen, insbesondere die Sorge vor einem umfassenden militärischen Konflikt mit dem Iran und dessen regionale sowie globale Auswirkungen. Eng damit verknüpft sind die anhaltenden israelischen Militäroperationen im Gazastreifen und im Libanon sowie die Besatzungspolitik in den palästinensischen Gebieten. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Krieg Russlands gegen die Ukraine, dessen Auswirkungen die Sicherheitsarchitektur Europas nachhaltig erschüttern. Ebenso auf der Agenda stehen die künftige strategische Ausrichtung des NATO-Bündnisses und die schwelenden Spannungen entlang der pakistanisch-afghanischen Grenzlinie.

In einer vorbereitenden Stellungnahme wiesen die Organisatoren des Forums auf ein globales Klima „zunehmender Unvorhersehbarkeit“ hin. Geopolitische Verwerfungen, sich verschiebende Machtzentren, protektionistische Handelsbarrieren und der wachsende Druck auf multilaterale Institutionen machen neue Formen der Zusammenarbeit erforderlich. Ziel der dreitägigen Konferenz ist es daher, nicht nur akute Krisen zu erörtern, sondern auch langfristige Strategien zu entwickeln, um Unsicherheiten proaktiv zu begegnen und Risiken frühzeitig zu identifizieren. Neben den offiziellen Plenarsitzungen und Paneldiskussionen sind zahlreiche bilaterale Gespräche zwischen den teilnehmenden Staatsvertretern geplant.

Das Antalya Diplomacy Forum hat sich in den vergangenen Jahren als bedeutende Plattform für den Dialog zwischen Regierungsvertretern, internationalen Organisationen und zivilgesellschaftlichen Akteuren etabliert. Auch in diesem Jahr werden neben hochrangigen Diplomaten Vertreter der NATO, der Vereinten Nationen, der Arabischen Liga, der Organisation für Islamische Zusammenarbeit sowie der Organisation der Turkstaaten erwartet. Das Forum soll nach Angaben der Veranstalter dazu beitragen, Vertrauen zurückzugewinnen und eine gemeinsame Grundlage für ein stabileres und friedlicheres internationales System zu schaffen.