In mehreren Regionen der Türkei kämpfen Einsatzkräfte gegen Waldbrände. Besonders dramatisch ist die Lage in Adana: Dort hat sich ein Feuer auf drei Landkreise ausgeweitet, 285 Haushalte wurden evakuiert. In Antalya kam ein Helfer bei den Löscharbeiten ums Leben.
Feuer in Adana breitet sich weiter aus
Im Landkreis Kozan in der Provinz Adana ist ein am Dienstag ausgebrochener Waldbrand auch am zweiten Tag nicht unter Kontrolle. Die Flammen breiteten sich durch den starken Wind auf Waldgebiete in den Landkreisen İmamoğlu und Aladağ aus und erreichten mehrere Siedlungen.
Nach Angaben des Gouverneurs von Adana, Mustafa Yavuz, war das Feuer inzwischen in 15 Ortschaften aktiv. Zum Schutz der Bevölkerung wurden in Kozan, İmamoğlu und Aladağ insgesamt 285 Haushalte mit 835 Menschen evakuiert und in sichere Gebiete gebracht.
Am Mittwochmorgen wurden die Löscharbeiten nach dem nächtlichen Einsatz am Boden wieder aus der Luft unterstützt. Insgesamt sind 173 Fahrzeuge und 717 Einsatzkräfte im Einsatz, darunter zwei Löschflugzeuge, neun Hubschrauber, 58 Löschfahrzeuge und acht TOMA-Einsatzfahrzeuge.

19 Häuser in Aladağ niedergebrannt
Besonders schwer getroffen wurde der Ort Dailer im Landkreis Aladağ. Dort griffen die Flammen auf den Bereich Musa Hacılı über und zerstörten 19 Häuser. Auch zahlreiche Tiere kamen ums Leben.
Bewohner schilderten dramatische Szenen. Durdu Yaman, dessen Haus niederbrannte, berichtete, er habe hilflos zusehen müssen, wie sein Zuhause vollständig in Flammen aufging. Andere Bewohner erklärten, sie hätten kaum persönliche Gegenstände retten können.
„Wir haben alles zurückgelassen. Wir konnten nur ein Auto mitnehmen“, sagte Hamza Ördek, dessen Haus ebenfalls zerstört wurde.
Antalya: Waldbrand weitgehend eingedämmt
Auch im Landkreis Aksu in Antalya kämpfen die Einsatzkräfte seit drei Tagen gegen einen Waldbrand. Das Feuer hatte zahlreiche Häuser und Ställe bedroht und acht Menschen betroffen. Nach Angaben der Forstbehörde konnte die Brandintensität deutlich reduziert werden.
In den gefährdeten Ortschaften halfen Anwohner den Einsatzkräften. Sie transportierten mit Traktoren, Tankwagen und Betonmischern Wasser zu einem Löschwasserbecken, aus dem anschließend Hubschrauber Wasser aufnahmen.
Einwohner berichteten, dass sie das Wasser teilweise auf eigene Kosten beschafften und die ganze Nacht über im Einsatz waren.
Helfer stirbt an Herzinfarkt
Bei den Löscharbeiten in Aksu kam es zugleich zu einem tragischen Todesfall. Der Bewohner Hasan Kahya aus Yeşilkaraman unterstützte die Einsatzkräfte, als er plötzlich zusammenbrach.
Kahya, der unter anderem Tiere aus einem Stall in Sicherheit gebracht hatte, wurde zunächst mit einem Auto aus dem Gefahrengebiet gebracht und anschließend in ein Krankenhaus eingeliefert. Trotz medizinischer Behandlung starb der zweifache Familienvater an einem Herzinfarkt.
Seine Ehefrau Gülay Kahya erlitt beim Anblick ihres Mannes ebenfalls gesundheitliche Beschwerden, konnte nach einer Behandlung jedoch wieder entlassen werden.
Kumluca: Brand teilweise unter Kontrolle
Im ebenfalls zu Antalya gehörenden Landkreis Kumluca konnte ein weiterer Waldbrand nach intensiven Löscharbeiten teilweise unter Kontrolle gebracht werden.
Das Feuer war am Dienstag in der Nähe der Ortschaften Toptaş und Güzören ausgebrochen und hatte sich durch starken Wind rasch ausgebreitet. 200 Haushalte mit 490 Menschen wurden vorsorglich evakuiert. Drei vom Brand betroffene Menschen mussten medizinisch behandelt werden.
An den Löscharbeiten waren fünf Löschflugzeuge, sieben Hubschrauber, 31 Löschfahrzeuge, 13 Baumaschinen und 392 Einsatzkräfte beteiligt.
Brand in Mersin weitgehend unter Kontrolle
Im Landkreis Bozyazı in der Provinz Mersin konnte ein weiterer Waldbrand ebenfalls weitgehend eingedämmt werden. Das Feuer war in der Ortschaft Tekeli ausgebrochen und hatte sich in einem Waldgebiet oberhalb von Bananengewächshäusern entwickelt.
Insgesamt wurden 230 Einsatzkräfte, zwei Flugzeuge und fünf Hubschrauber eingesetzt. Die Löscharbeiten wurden auch nach der weitgehenden Eindämmung fortgesetzt, um ein erneutes Aufflammen zu verhindern.
Hunderte Glasflaschen im Brandgebiet entdeckt
In bereits kontrollierten Bereichen bei Aksu fanden Einsatzkräfte außerdem Hunderte weggeworfene Glasflaschen, die teilweise in größeren Mengen auf dem Boden lagen.
Die Behörden warnten davor, Glasflaschen in Wäldern zurückzulassen. Unter bestimmten Bedingungen könnten sie wie Linsen wirken und dadurch Brände begünstigen.
Neben den professionellen Einsatzkräften beteiligten sich auch zahlreiche freiwillige Helfer an den Löscharbeiten. Motorradkuriere brachten Wasser, Ayran, Mineralwasser und Lebensmittel in schwer zugängliche Gebiete und unterstützten die Einsatzkräfte auch bei der Brandbekämpfung.