Waldbrände bei Antalya: Flammen erfassen Häuser – Evakuierungen laufen

Bilder: DHA
08.09.2026 – 10:05 Uhr

ANTALYA – Gleich mehrere Waldbrände haben in der türkischen Provinz Antalya für einen Großeinsatz der Rettungskräfte gesorgt. In den Bezirken Aksu und Serik breiteten sich die Flammen bei starkem Wind rasch aus und erreichten auch bewohnte Gebiete. In Serik wurden fünf Häuser zerstört, zahlreiche Gewächshäuser und landwirtschaftliche Flächen beschädigt. Gefährdete Anwohner mussten ihre Häuser verlassen.

Der erste Brand brach gegen 16.25 Uhr im Gebiet Karaöz im Bezirk Aksu aus. Wegen des starken Windes breiteten sich die Flammen schnell aus. Insgesamt 866 Einsatzkräfte, 149 Löschfahrzeuge, sieben TOMA-Wasserwerfer, 25 Baumaschinen und 54 weitere Fahrzeuge waren im Einsatz.

Zusätzlich wurden aus umliegenden Provinzen weitere Einsatzkräfte zur Unterstützung nach Antalya geschickt. In den besonders gefährdeten Siedlungen liefen Evakuierungen von Menschen und Tieren. Auch ein mobiles AFAD-Koordinationsfahrzeug, mobile Mobilfunkstationen und Verpflegungsfahrzeuge des Türkischen Roten Halbmonds waren vor Ort.

Fünf Häuser in Serik zerstört

Während die Löscharbeiten in Aksu liefen, brach gegen 23.30 Uhr im Ortsteil Sarıabalı im Bezirk Serik an mehreren Stellen gleichzeitig ein weiterer Waldbrand aus. Betroffen waren die Gebiete Yemişlitahta, Hacıveliler und Çiftlik.

Auch dort sorgte der starke Wind dafür, dass sich die Flammen schnell ausbreiteten. Feuerwehr, Forstverwaltung und weitere Einsatzkräfte wurden mit Löschfahrzeugen, Tanklöschfahrzeugen und Baumaschinen in die betroffenen Gebiete geschickt. Die Gendarmerie sicherte die Brandstellen ab und veranlasste die Evakuierung von Anwohnern aus besonders gefährdeten Bereichen.

Fünf Häuser – darunter eines, das leer stand – wurden von den Flammen erfasst und unbewohnbar. Zudem wurden zahlreiche Kunststoffgewächshäuser und landwirtschaftliche Flächen durch das Feuer beschädigt.

Familie mit drei Menschen mit Behinderung in letzter Minute gerettet

Besonders dramatisch war die Evakuierung einer Familie, deren Haus mitten im Brandgebiet lag. Das Ehepaar İbrahim und Hatice Karaca sowie ihre Tochter Kiraz Karaca, die alle drei nach Angaben der Behörden mit einer Behinderung leben, konnten von Angehörigen im letzten Moment aus dem Gefahrenbereich gebracht werden.

„Wir kämpfen auch gegen den Wind“

Büşra Özdemir, stellvertretende Bürgermeisterin der Großstadtverwaltung Antalya, erklärte, die Einsatzkräfte hätten es mit einem sich unter dem Einfluss des Windes schnell ausbreitenden Feuer zu tun.

„Es herrscht ein starker Wind. Wir kämpfen derzeit auch gegen die Wetterbedingungen“, sagte Özdemir. Die Stadtverwaltung und die Wasser- und Abwasserbehörde ASAT seien mit allen verfügbaren Kräften im Einsatz.

Für die Löscharbeiten seien sogar neu angeschaffte Feuerwehrfahrzeuge eingesetzt worden, deren Zulassung noch nicht abgeschlossen gewesen sei. „Mit all unseren Baumaschinen, Fahrzeugen, Geräten und unserem Personal sind wir vor Ort“, sagte Özdemir.

Ziel sei es, die Flammen so schnell wie möglich unter Kontrolle zu bringen und ein weiteres Übergreifen des Feuers in Richtung Süden zu verhindern. Auch Einsatzfahrzeuge aus Aksu wurden zwischenzeitlich nach Serik verlegt.

Die Löscharbeiten in beiden Brandgebieten dauerten an.