ANKARA – Türkische Zollbehörden haben im vergangenen Jahr 85.342 lebende Tiere sichergestellt und Schmuggelversuche im Wert von 32,5 Millionen Türkischen Lira (rund 743.400 US-Dollar) vereitelt. Damit festigt Türkei ihre Rolle als strategischer Transitknotenpunkt, der aktiv den illegalen Handel mit Wildtieren über ihre Grenzen unterbindet.
Schmuggel an Land- und Luftgrenzen
Laut Angaben des Handelsministeriums ereigneten sich die meisten Sicherstellungen an Landgrenzen: 38.263 Tiere wurden in 42 Fällen beschlagnahmt, mit einem geschätzten Wert von über 21 Millionen Lira (ca. 480.350 US-Dollar).
An Flughäfen, darunter bedeutende internationale Fracht-Hubs, verhinderten Zollteams den Schmuggel von 39.075 Tieren, im Wert von knapp 5,8 Millionen Lira (rund 132.670 US-Dollar).
Die sichergestellten Tiere umfassten ein breites Spektrum: Zehntausende medizinische Blutegel, verschiedene Vogelarten wie Tauben, Papageien, Kanarienvögel, Rebhühner, Falken und Wanderfalken, sowie Affen, Schildkröten, Katzen, Hunde, Rinder, trächtige Zuchtrinder, Fische und Korallen.
Mehrere Tiere standen unter dem Schutz des Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES), was die Risiken für die Biodiversität durch den illegalen Handel verdeutlicht.
Versorgung und Rehabilitation
Nach der Sicherstellung werden alle Tiere vom Landwirtschafts- und Forstministerium veterinärmedizinisch untersucht und anschließend an die jeweiligen Provinzdirektionen übergeben. Arten, die unter CITES geschützt sind, gelangen in die Naturschutzdirektion, wo sie Quarantäne, medizinische Betreuung und Rehabilitation durchlaufen, bevor sie in Schutzgebiete, Rehabilitationszentren oder zugelassene Zoos gebracht werden.
Strafverfolgung
Gleichzeitig leiten die Behörden rechtliche und administrative Maßnahmen gegen die Schmuggler gemäß der türkischen Anti-Schmuggel-Gesetze ein.
Präzedenzfälle
Zu den spektakulären Fällen der letzten Jahre zählt die Rettung eines fünf Monate alten Gorillas namens Zeytin am Flughafen Istanbul Ende 2024. Das Tier war in einem Holzkasten auf einem Frachter von Nigeria nach Thailand entdeckt worden. DNA-Tests zeigten, dass der Gorilla nicht in Nigeria heimisch war, sodass er dauerhaft in der Türkei verblieb.
Kürzlich wurden am Habur-Grenzübergang drei Falken und zwei Makaken in Fahrzeugen entdeckt, die illegal ins Land gebracht werden sollten.
Die türkischen Behörden betonen, dass die Bekämpfung des Wildtier-Schmuggels nicht nur ökonomische Bedeutung habe, sondern auch ein strategisches Ziel verfolge: den Schutz von Tierwohl und globaler Biodiversität.