Vier Jahre Rize-Artvin: Flughafen auf Meeresaufschüttung zählt 4,2 Millionen Passagiere

17.05.2026 – 7:00 Uhr

Der Flughafen Rize-Artvin, der auf einer künstlichen Insel im Schwarzen Meer gebaut wurde, ist ein Flughafen der Superlative: In nur vier Jahren Betrieb hat er mehr als 4,2 Millionen Passagiere abgefertigt. Das entspricht der achtfachen Einwohnerzahl der beiden angrenzenden Provinzen.

Anlässlich des vierten Jahrestags der Eröffnung am 14. Mai 2022 zog der türkische Minister für Verkehr und Infrastruktur, Abdulkadir Uraloğlu, eine beeindruckende Bilanz. Die auf einer gewaltigen Meeresaufschüttung errichtete Anlage sei weit mehr als ein reiner Verkehrsknotenpunkt, so Uraloğlu in einer schriftlichen Stellungnahme. Mit seinem an eine Teetasse angelehnten Kontrollturm, einem Tee-Museum im Terminal und der traditionellen Schwarzmeer-Architektur habe sich der Airport zu einem Wahrzeichen der Region entwickelt.

Technisch gilt der Flughafen in Pazar als Pionierprojekt: Er ist nach offiziellen Angaben der zweite auf dem Meer errichtete Flughafen der Türkei und der fünfte weltweit. Für das Fundament wurden rund 100 Millionen Tonnen Gestein und Erdreich ins Meer geschüttet. Die Piste misst 3.000 Meter in der Länge und 45 Meter in der Breite, das Vorfeld bietet Platz für bis zu sieben Flugzeuge gleichzeitig.

Besonders dynamisch zeigt sich das aktuelle Passagieraufkommen. In den ersten vier Monaten des Jahres 2026 nutzten bereits 392 466 Fluggäste den Flughafen – ein Plus von 29 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Parallel dazu stieg die Zahl der Flugbewegungen im Januar-April-Zeitraum ebenfalls um 29 Prozent auf 2.810, seit der Inbetriebnahme wurden über den Flughafen mehr als 29.000 Starts und Landungen abgewickelt.

Das Milliardenprojekt soll langfristig als Katalysator für Tourismus und Handel in der strukturschwachen Schwarzmeerregion dienen. Uraloğlu betonte, die Infrastruktur werde der Bevölkerung sowie der Wirtschaft über viele Jahre hinweg verlässliche Dienste leisten.