ERZURUM – Im Fall der seit 2020 vermissten Studentin Gülistan Doku sind nach einer neuen Ermittlungswelle vier weitere Verdächtige festgenommen worden. Drei weitere Personen wurden unter Auflagen freigelassen, eine Person kam nach ihrer Aussage bei der Staatsanwaltschaft frei.
Die Staatsanwaltschaften von Erzurum und Tunceli führen die Ermittlungen im Zusammenhang mit dem Verschwinden von Gülistan Doku weiter. Im Rahmen der vierten Einsatzwelle wurden am 27. Juli in 16 Provinzen gleichzeitig Durchsuchungen durchgeführt. Dabei richteten sich die Maßnahmen gegen 19 Personen, denen im Zusammenhang mit ihrer damaligen Tätigkeit bei den Sicherheitsbehörden verdächtige Vorgänge vorgeworfen werden.
Bei dem Einsatz der Gendarmerie in Erzurum wurden insgesamt 18 Verdächtige festgenommen. Unter ihnen befinden sich nach Angaben der Ermittler ein Polizeidirektor, ein Polizeioffizier, ein Chefkommissar, ein Kommissar, ein Polizeihauptmeister, zehn Polizeibeamte, ein Computerfachangestellter sowie drei ehemalige Polizisten.
Acht der Verdächtigen, deren Vernehmungen bei der Gendarmerie abgeschlossen waren, wurden am 28. Juli unter strengen Sicherheitsvorkehrungen zum Gericht in Erzurum gebracht. Die Befragungen durch die Staatsanwaltschaft dauerten bis in die Morgenstunden.
Die Staatsanwaltschaft ließ eine Person nach der Vernehmung frei und beantragte für sechs Verdächtige Untersuchungshaft. Für eine weitere Person wurde eine Freilassung unter gerichtlicher Kontrolle beantragt.
Nach der Anhörung entschied das zuständige Gericht, vier Verdächtige zu inhaftieren. Drei Personen wurden unter Auflagen freigelassen. Die festgenommenen Verdächtigen wurden nach einer medizinischen Untersuchung im Stadtkrankenhaus Erzurum in eine Justizvollzugsanstalt gebracht.
Der Fall Gülistan Doku beschäftigt die türkische Öffentlichkeit seit ihrem Verschwinden im Januar 2020. Die Ermittlungen zu den Umständen ihres Verschwindens werden weiterhin fortgeführt.