Im Fall der seit 2020 vermissten Studentin Gülistan Doku haben türkische Ermittlungsbehörden erneut umfangreiche forensische Untersuchungen eingeleitet. Dabei wurden fünf Fahrzeuge – darunter drei ehemalige Dienstwagen eines früheren Gouverneurs – zur DNA- und Spurenauswertung nach Ankara gebracht.
Die Untersuchungen umfassen laut Medienberichten biologische Spurenanalysen sowie mögliche Hinweise auf Reinigungsversuche in den Fahrzeugen. Gefundene DNA-Spuren sollen mit Proben der Familie der Studentin abgeglichen werden.
Die damals 21-jährige Studentin der Munzur University verschwand am 5. Januar 2020 in der Provinz Tunceli. Der Fall wurde nach seiner Wiederaufnahme durch die Generalstaatsanwaltschaft umfassend neu aufgerollt, inklusive der Auswertung von Überwachungskameras, Mobilfunkdaten und Kennzeichenerkennungen.
Im Zuge der Ermittlungen wurden mehrere Verdächtige festgenommen, darunter der ehemalige Gouverneur von Tunceli, Tuncay Sonel, sowie sein Sohn und ein ehemaliger Polizeibeamter. Ihnen werden unter anderem die Vernichtung von Beweismitteln und in einem Fall sogar mutmaßlicher Mord vorgeworfen.
Ein weiterer Verdächtiger soll sich laut Ermittlern im Ausland befinden und wird per Interpol-Fahndung gesucht.
Neue Auswertungen von Handy- und Standortdaten werfen zusätzliche Fragen auf: Demnach soll das Mobiltelefon der Studentin noch Stunden nach ihrem Verschwinden aktiv gewesen sein – ein Detail, das den Fall erneut in Bewegung bringt und die Ermittlungen weiter verkompliziert.