Vereinte Nationen warnen vor überdurchschnittlichen Temperaturen durch bevorstehendes El-Niño-Ereignis

07.06.2026 – 12:00 Uhr

Die Vereinten Nationen warnen vor dem Beginn eines der stärksten natürlichen Klimaphänomene der letzten Jahrzehnte. Nach aktuellen Berechnungen der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) könnte die neue Phase des wetterbeeinflussenden El-Niño-Ereignisses bereits in wenigen Wochen einsetzen. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich das Phänomen zwischen Juni und August ausbildet, liegt laut der UNO-Sonderorganisation bei 80 Prozent und steigt danach sogar auf 90 Prozent.

El Niño wird durch eine Erwärmung der Oberflächengewässer im tropischen Pazifik ausgelöst und wird nach Einschätzung der WMO nahezu weltweit für überdurchschnittliche Temperaturen und eine Zunahme extremer Wetterereignisse sorgen. Die aktuellen Messdaten zeigen bereits jetzt eine über dem langjährigen Mittel liegende Wassertemperatur in der Region, was auf potenziell zerstörerische Auswirkungen hindeutet. Die Organisation rief alle Mitgliedsstaaten eindringlich dazu auf, ihre Frühwarnsysteme umgehend zu verstärken.

In einer Videobotschaft anlässlich einer Pressekonferenz in Genf bezeichnete UN-Generalsekretär António Guterres die Entwicklung als dringenden Klimanotruf. Die entstehenden El-Niño-Bedingungen würden die globale Erderwärmung weiter anheizen. „Die einzig wirksame Antwort ist eine dem Ausmaß der Krise entsprechende Klimapolitik”, so Guterres. Dazu zähle die Abkehr von fossilen Brennstoffen, ein beschleunigter Umstieg auf erneuerbare Energien, der Schutz der verwundbarsten Bevölkerungsgruppen sowie lückenlose Frühwarnsysteme für alle.

WMO-Generalsekretärin Celeste Saulo betonte die weitreichenden Folgen des Wetterphänomens El Niño für die Landwirtschaft, die Energieversorgung, den Handel und die Wasserressourcen. „Dieses Update ist von entscheidender Bedeutung, denn El Niño ist einer der Haupttreiber globaler Wetter- und Klimamuster. Seine Auswirkungen reichen weit über den Ursprungsort im Pazifik hinaus und beeinträchtigen Existenzen in sämtlichen Regionen“, erklärte Saulo. Verbesserte saisonale Vorhersagen und Frühwarnungen seien essenziell, um Menschenleben zu retten und wirtschaftliche Schäden zu begrenzen. Während das Verständnis für El Niño dank wissenschaftlicher Investitionen gewachsen ist, nehmen parallel auch andere Extremereignisse zu, die einen stetig wachsenden Mitteleinsatz erfordern.