Unwetter in der Türkei: Sturm, Starkregen und mögliche Tornados – Istanbul wird deutlich kälter

Archivbild: DHA
02.11.2026 – 10:00 Uhr

Ankara – Nach einem zunächst milden Novemberbeginn steht der Türkei eine unbeständige und teils gefährliche Wetterwoche bevor. Der türkische Wetterdienst hat für drei Provinzen Warnungen der Stufen Gelb und Orange herausgegeben. Besonders betroffen sind die Ägäisküste und Teile der südwestlichen Türkei. Dort drohen Starkregen, Überschwemmungen, Erdrutsche, Gewitter und örtlich auch Tornados.

Für Muğla gilt eine orangefarbene Warnung, für İzmir und Aydın jeweils eine gelbe. In Muğla werden am Sonntag zunächst örtlich kräftige Niederschläge mit 21 bis 50 Litern pro Quadratmeter erwartet. Ab dem Abend könnten die Regenfälle auf 51 bis 100 Liter pro Quadratmeter anwachsen. Auch am Montag und Dienstag soll es regional weiter heftig regnen.

In den westlichen Teilen von İzmir und Aydın werden ebenfalls starke bis sehr starke Gewitterregenfälle erwartet. Die Niederschlagsmengen können dort örtlich 21 bis 75 Liter pro Quadratmeter erreichen. Die Behörden warnen vor Sturzfluten, Überschwemmungen, Erdrutschen, Blitzeinschlägen, Hagel und starken Windböen.

Tornadogefahr an der Ägäisküste

Der Meteorologe und CNN-Türk-Wetterberater Prof. Dr. Orhan Şen rechnet insbesondere am 3. und 4. November mit einer Verschärfung der Wetterlage entlang der Ägäisküste – von Çanakkale bis Muğla. Besonders aufmerksam sollten die Bewohner der Küstenorte Marmaris, Bodrum und Fethiye sein.

In den Landkreisen von Muğla und Aydın könne es örtlich zu Überschwemmungen kommen. Auch die Gefahr von Tornados sei nicht auszuschließen, warnte Şen. Mit den kräftigen Regenfällen werde voraussichtlich auch der Wind zunehmen und zeitweise Sturmstärke erreichen.

Istanbul: Temperatursturz auf 12 bis 13 Grad

Auch Istanbul muss sich auf einen Wetterumschwung einstellen. Nach zunächst rund 20 Grad soll es ab Mittwoch kräftiger regnen. Am Donnerstag beginnt laut Şen zudem ein deutlicher Temperatursturz. Die Werte könnten auf 12 bis 13 Grad fallen und damit unter dem langjährigen Novembermittel von rund 16 Grad liegen.

Für Mittwoch wird außerdem vor kräftigem Nordwind gewarnt. Dieser könne zeitweise Sturmstärke erreichen. Şen rät deshalb, sich nicht unter Dächern oder anderen gefährdeten Gebäudeteilen aufzuhalten und lose Gegenstände auf Balkonen zu sichern. Auch örtliche Überschwemmungen seien möglich. Die genaue Intensität der Niederschläge müsse allerdings noch beobachtet werden.

Die stürmische Wetterlage könnte auch andere Teile der Marmararegion erfassen. Besonders an der Küste ist daher Vorsicht geboten.

Erster Schnee in höheren Lagen möglich

Mit dem Temperatursturz sinkt auch die Schneefallgrenze. Ab Mittwochabend bis Samstag könnte es in Höhenlagen oberhalb von 1.500 Metern schneien. Şen nannte unter anderem den Uludağ bei Bursa, das Skigebiet Kartepe sowie die Berggipfel im Landesinneren der Schwarzmeerregion.

In den Städten und im Landesinneren sei dagegen zunächst kein außergewöhnlich starker Niederschlag zu erwarten. Die kräftigsten Regenfälle konzentrieren sich nach den aktuellen Prognosen auf die Ägäisküste und Teile der Marmararegion.

Der Katastrophenschutz und die Meteorologen rufen die Bevölkerung dazu auf, die Warnungen aufmerksam zu verfolgen und bei Starkregen sowie Sturm entsprechende Vorsichtsmaßnahmen zu treffen.