Unwetter in Antalya: 22 Eingeschlossene gerettet – Sturzfluten verwüsten Dörfer

15.10.2026 – 10:00 Uhr

Ein heftiges Unwetter hat am Mittwoch weite Teile der türkischen Provinz Antalya getroffen. Der in den frühen Morgenstunden einsetzende Starkregen führte zu Überschwemmungen, Sachschäden und erheblichen Verkehrsbehinderungen. Insgesamt 22 Personen wurden nach Angaben der Provinzverwaltung aus Notlagen gerettet. Es gab keine Todesopfer.

Im Zentrum der Provinzmetropole bildeten sich auf den Straßen große Wasseransammlungen und der Verkehr kam stellenweise zum Erliegen. In einem Einkaufszentrum stürzte das Dach einer Ladenfläche teilweise ein. Die Provinzverwaltung Antalya warnte die Bevölkerung vor Sturzfluten, Überschwemmungen, Blitzeinschlägen, Tornados, Hagel und starken Winden.

Besonders betroffen war der Landkreis Demre. Dort trat im Ortsteil Kaleüçağz ein Bach über die Ufer und riss mehrere Fahrzeuge mit. Der Landrat von Demre, Emin Bağlı, und der örtliche AKP-Vorsitzende Mehmet Kaya begaben sich vor Ort, um sich über den Stand der Rettungsarbeiten zu informieren.

Der Bürgermeister von Demre, Fahri Duran, erklärte, der Regen habe gegen 16 Uhr eingesetzt und sei in den nahe beieinanderliegenden Ortsteilen Kaleüçağz, Çevreli, Kapaklı und Yavu besonders heftig gewesen. In Çevreli, wo zahlreiche Gewächshäuser betrieben werden, seien rund 70 Prozent der Gewächshäuser sowie etwa zehn Wohnhäuser beschädigt worden. Auch in Kaleüçağz hätten Häuser Schäden erlitten. „Ein solches Unwetter hat hier bislang niemand erlebt“, sagte Duran. Die Arbeiten von AFAD, der Stadtverwaltung Antalya und der Gemeindeverwaltung Demre hätten bereits in den ersten Stunden des Unwetters begonnen. „Gott sei Dank gibt es keine Todesopfer“, so der Bürgermeister.

Laut der Provinzverwaltung wurden im Ortsteil Çevreli 13 Schüler und sieben Lehrkräfte, die in einer Schule eingeschlossen waren, sowie zwei Personen, die in einem Gewächshaus festsaßen, von Einsatzkräften in Sicherheit gebracht. Alle Geretteten sind gesundheitlich wohlauf. Laut Behörden befanden sich 1.901 Einsatzkräfte, 624 Fahrzeuge, 248 Baumaschinen, fünf Boote, 187 Motorpumpen und 74 Tauchpumpen im Einsatz.

Die Verbindungsstraße zwischen Kaş und Demre war auf Höhe des Ortsteils Yavu durch Überflutung zeitweise unpassierbar. Gegen 20:30 Uhr war die Strecke nach Angaben der Behörden wieder in beiden Richtungen befahrbar.

Der Flughafen Antalya blieb geöffnet, die Start- und Landebahnen waren nicht beeinträchtigt. Acht Flugzeuge wichen jedoch für ihre Landung auf andere Flughäfen aus.

Die Provinzverwaltung teilte mit, dass die Maßnahmen im Einklang mit der Warnstufe „Gelb” des staatlichen Wetterdienstes ergriffen wurden. Neben AFAD waren Polizei, Gendarmerie, die staatliche Wasserbehörde DSİ, die Straßenverwaltung, die Großstadtkommune Antalya, die Landratsämter sowie die Gemeindeverwaltungen im Einsatz. Die starken Regenfälle sollen nach derzeitiger Prognose ab Donnerstagmorgen nachlassen.