UN warnt vor starkem El-Niño: Risiko für extreme Wetterereignisse steigt weltweit

05.07.2026 – 19:00 Uhr

Die Weltwetterorganisation (WMO) der Vereinten Nationen warnt vor einer raschen Verstärkung des Klimaphänomens El Niño. Zwischen Juli und September 2026 werde sich das Ereignis voraussichtlich schnell zu einem starken El-Niño-Ereignis entwickeln, was die Wahrscheinlichkeit extremer Wetterlagen weltweit deutlich erhöhe.

El Niño ist ein natürliches Klimaphänomen, bei dem sich die Oberflächentemperaturen im zentralen und östlichen äquatorialen Pazifik erwärmen. Dies führt zu Veränderungen bei Windmustern, Luftdruck und Niederschlägen und beeinflusst Wetterbedingungen auf der ganzen Welt. Das Phänomen tritt in der Regel alle zwei bis sieben Jahre auf und dauert etwa neun bis zwölf Monate.

Warnung vor intensiveren Wetterextremen

Laut WMO hat sich El Niño bereits entwickelt und wird sich in den kommenden Monaten weiter verstärken. Die aktuellen Klimamodelle zeigten eine hohe Übereinstimmung und damit ein hohes Maß an Sicherheit für diese Prognose. Erwartet werden Meeresoberflächentemperaturen von mehr als 2 Grad über dem Durchschnitt in zentralen Messregionen des Pazifiks.

Die UN-Organisation stuft das bevorstehende Ereignis als stark ein – die zweithöchste von vier Kategorien.

Auswirkungen weltweit erwartet

Mit der Verstärkung von El Niño steigt laut WMO das Risiko für extreme Wetterereignisse deutlich. Dazu zählen unter anderem Dürren, Starkregen, Hitzewellen sowie marine Hitzewellen. Besonders betroffen könnten landwirtschaftlich und gesundheitlich sensible Regionen sein.

Für den Zeitraum Juli bis September werden regional sehr unterschiedliche Niederschlagsmuster erwartet: Während in Teilen des Südwestens der USA überdurchschnittlicher Regen möglich ist, drohen in Südasien sowie in weiten Teilen Australiens unterdurchschnittliche Niederschläge.

Zudem prognostiziert die WMO weltweit überdurchschnittliche Temperaturen in fast allen bewohnten Regionen außerhalb der Polarzonen.

Globale Klimafolgen und Einordnung

Die UN-Organisation betont, dass der letzte starke El Niño bereits zu den Rekordtemperaturen der Jahre 2023 und 2024 beigetragen habe. Zwar erhöhe der Klimawandel nicht zwingend die Häufigkeit von El Niño, könne dessen Auswirkungen jedoch verstärken, da wärmere Ozeane und Atmosphären mehr Energie für Extremwetter liefern.

Die WMO ruft Länder weltweit dazu auf, sich frühzeitig auf mögliche Folgen vorzubereiten und Frühwarnsysteme auszubauen, um Risiken für Menschen, Wirtschaft und Infrastruktur zu verringern.