ANKARA – Türkische Behörden haben in den letzten fünf Jahren rund 1,1 Millionen irreguläre Migranten aufgegriffen, wie Daten des Innenministeriums zeigen. Dies verdeutlicht den hohen Migrationsdruck auf das Land.
Bis zum 5. März 2026 wurden bereits 22.876 Personen aufgegriffen. Die größte Gruppe über den Zeitraum stellen Afghanen, gefolgt von Syrern, dar. In diesem Jahr stammen die meisten erfassten Migranten aus Afghanistan, Syrien, Usbekistan, Turkmenistan und Iran.
Parallel dazu verstärkte die Türkei ihre Maßnahmen gegen Schleusernetzwerke, mit einem stetigen Anstieg der festgenommenen Verdächtigen seit 2021.
Die Meldungen kommen vor dem Hintergrund von Zwischenfällen entlang der Ägäis-Migrationsroute, einem wichtigen Übergangspunkt für Migranten, die in die Europäische Union gelangen wollen.
Beim jüngsten Vorfall vor der Küste von Bodrum (Provinz Muğla) sank ein Gummiboot mit Migranten, nachdem es Warnungen der Küstenwache ignoriert hatte. Dabei kamen 19 Menschen, darunter 9 Kinder, ums Leben, 20 weitere wurden gerettet. Die Opfer stammten aus Afghanistan.
Die Staatsanwaltschaft in Bodrum ermittelt und sucht nach weiteren sechs Verdächtigen, die mit dem Schleusernetzwerk in Verbindung stehen sollen.
Laut der Internationalen Organisation für Migration (IOM) wurden seit Beginn des Jahres 2026 mindestens 606 Migranten auf der Route zwischen der türkischen Westküste und den griechischen Inseln wie Samos, Rhodos und Lesbos tot oder vermisst gemeldet.