Die TUI Airline hat ihr Flugprogramm für den Sommer 2027 vorgestellt. Der Konzern plant eigenen Angaben zufolge 17 Millionen Sitzplätze und 84.000 Flüge, was einem Kapazitätsplus von 4,6 Prozent gegenüber dem Sommer 2026 entspricht. Europaweit sollen 25 neue Routen entstehen und elf Ziele erstmals ins Streckennetz aufgenommen werden. Insgesamt entstehen so rund 640.000 zusätzliche Sitzplätze.
Es handelt sich um das erste Programm, das die Airline nach ihrer neuen kommerziellen Struktur erstellt hat. Dabei wurden die Nachfrage von Reiseveranstaltern, Vertriebspartnern und Nur-Flug-Kunden in einem einheitlichen kommerziellen Rahmen zusammengeführt. Nach einer umfassenden Netzanalyse wurden rund ein Drittel der Routen hinsichtlich Kapazität, Flugfrequenz oder Flugzeugeinsatz angepasst. Das Ziel besteht darin, Kapazitäten verstärkt auf Märkte mit langfristig stärkerem Wachstumspotenzial zu lenken.
„Das neue Programm markiert den Beginn einer neuen Ära für die Airline“, sagte Peter Glade, Vertriebsdirektor der TUI-Airline. Durch die Bündelung der Nachfrage verschiedener Kundengruppen entstehe ein stärkeres und effizienteres Netz.
25 neue Routen ab Großbritannien, Deutschland, Belgien und den Niederlanden
Die neuen Verbindungen starten in Großbritannien, Deutschland, Belgien und den Niederlanden. Sie erschließen in Spanien, Griechenland, Italien, Slowenien, Tansania, Kap Verde und Marokko Ziele, die bislang nicht vom Netz der TUI-Airline bedient wurden. Die meisten der neuen Strecken sollen zwei- bis dreimal wöchentlich bedient werden. Die Flüge richten sich den Angaben zufolge überwiegend an Nur-Flug-Kunden, sollen bei Bedarf aber auch die Nachfrage nach Pauschalreisen flexibel abdecken.
Mit den neuen Strecken und Kapazitätsausweitungen gehört Deutschland zu den Schwerpunktmärkten des Programms. So wird ab Düsseldorf erstmals eine direkte Verbindung nach Curaçao angeboten, die zweimal wöchentlich mit einer Boeing 787 bedient wird. Die Verbindung soll sowohl die Nachfrage nach Pauschalreisen als auch die nach Nur-Flug-Angeboten bedienen. Zudem starten ab Düsseldorf und Hannover neue Kurz- und Mittelstreckenflüge nach Málaga, Ljubljana, Neapel, Olbia und Venedig.
Größter Wachstumspunkt: London Gatwick
Den stärksten Ausbau verzeichnet London Gatwick. Es kommen acht neue Routen hinzu, sodass die Zahl der von TUI bedienten Ziele am Flughafen auf 59 steigt. Zu den neuen Verbindungen zählen Athen, Palermo, Santiago de Compostela, Sevilla, Valencia, Tanger, Djerba und Mytilini. Die Kapazitätssteigerung soll nach Konzernangaben sowohl das Pauschalreise- als auch das Nur-Flug-Geschäft unterstützen.
Amsterdam: Erste Basis für Boeing 737-10
Amsterdam wird die erste operative Basis für das neue Flugzeugmodell Boeing 737-10 sein, das abhängig vom Zertifizierungsprozess im zweiten Quartal 2027 in den Dienst gestellt werden soll. In den Niederlanden ist geplant, sechs Boeing 737-8 durch sieben Boeing 737-10 zu ersetzen. Diese sollen rund 15 Prozent mehr Sitzplatzkapazität bieten. Zusätzlich startet ab Amsterdam eine zweimal wöchentlich bediente Boeing-787-Verbindung zum Kilimandscharo in Tansania, die in Kombination mit Sansibar geflogen werden soll.
Auch Belgien baut Kapazität aus
Im Belgien-Programm fallen ebenfalls Kapazitätssteigerungen und neue Routen auf. Geplant sind unter anderem zusätzliche Flüge nach Lanzarote, Gran Canaria, Palma de Mallorca, Alicante, Reus, Kreta, Kos, Rhodos, Madeira, Marrakesch und Agadir. Zu den neuen Verbindungen zählen Billund in Dänemark, Ljubljana in Slowenien sowie Essaouira und Fès in Marokko.
Effizienterer Flotteneinsatz geplant
Mit dem Sommerprogramm 2027 will die TUI Airline ihre Flotte besser auslasten und Kapazitäten auf Ziele mit starker Nachfrage lenken. Dank der neuen kommerziellen Struktur können Pauschalreise- und Nur-Flug-Nachfrage innerhalb desselben Netzes bewertet werden. So können Flugzeuge effizienter eingesetzt und schneller auf veränderte Marktbedingungen reagiert werden. Laut Unternehmensangaben ist das Programm der erste konkrete Schritt vom reinen Betrieb eines bestehenden Flugplans hin zu einem Modell, das die kommerzielle Struktur des Streckennetzes aktiv gestaltet.