Türkisches Parlament genehmigt touristische Projekte in Nationalparks – Umweltschützer skeptisch

13.03.2026 – 17:00 Uhr

ANKARA – Das türkische Parlament hat eine umfassende Änderung des Nationalparkgesetzes verabschiedet, die den Ausbau von Tourismus und Infrastruktur in geschützten Gebieten ermöglicht.

Das neue Gesetz erlaubt den Bau von touristischen Einrichtungen und Gebäuden in National- und Naturparks, auch außerhalb offiziell ausgewiesener Tourismusentwicklungszonen, sofern die Projekte dem öffentlichen Interesse dienen und den genehmigten Plänen entsprechen.

Die Genehmigungen werden vom Landwirtschafts- und Forstministerium nach Rücksprache mit dem Ministerium für Umwelt, Stadtentwicklung und Klimawandel erteilt.

Privaten Unternehmen kann für die Nutzung der in geschützten Gebieten errichteten Einrichtungen ein Nutzungsrecht von bis zu 49 Jahren eingeräumt werden. Wird der Betrieb später vom Kultur- und Tourismusministerium als erfolgreich zertifiziert, kann das Nutzungsrecht auf bis zu 99 Jahre verlängert werden. Nach Ablauf der Frist gehen alle Einrichtungen vollständig an die zuständige Behörde für geschützte Naturgebiete in der Türkei über.

Das Gesetz erlaubt zudem Infrastrukturprojekte wie Stromleitungen, Transportwege, Pipelines, Kommunikationssysteme und Wasseranlagen in Schutzgebieten, sofern diese als notwendig erachtet werden und mit den Managementplänen der Parks vereinbar sind.

Umweltschutzorganisationen hatten während des Gesetzgebungsprozesses gefordert, den Vorschlag zurückzuziehen, da die Möglichkeit, touristische Einrichtungen und Infrastrukturprojekte in Schutzgebieten zu errichten, die Kommerzialisierung beschleunigen und die ökologische Integrität der Nationalparks gefährden könnte.

Gleichzeitig führt das Gesetz strengere Strafen für Umweltverstöße ein. Aktivitäten, die Ökosysteme oder Wildtiere schädigen, können mit ein bis drei Jahren Haft und gerichtlichen Geldstrafen geahndet werden.

Illegale Jagd wird deutlich teurer: Bußgelder steigen von 200 Türkischen Lira (ca. 4,5 USD) auf bis zu 10.000 Lira in verbotenen Zonen und bis zu 15.000 Lira in Wildtierschutzgebieten.