Türkisches Filmfestival Frankfurt zeigt Dokumentation über Luftfahrtpionierin Madelet Grabbe Başusta

12.06.2026 – 18:00 Uhr

Sie war die erste Frau, die in der Türkei eine Kampfpilotenausbildung einforderte – und erhielt. Nun wird das außergewöhnliche Leben der Flugpionierin Madelet Grabbe Başusta mit der Dokumentation „Madelet – Rüzgara Karşı Uzun ve Cesur Bir Yürüyüşün Öyküsü“ („Madelet – Die Geschichte eines langen und mutigen Weges gegen den Wind“) gewürdigt. Der Film feiert am 15. Juni im Rahmen des 26. Internationalen Türkischen Filmfestivals Frankfurt seine Sondervorführung in Deutschland.

Unter der Regie von Nebil Özgentürk und produziert von ihrem Ehemann Hüseyin Başusta zeichnet der Film den ungewöhnlichen Lebensweg einer Frau nach, die sich von Klischees nie aufhalten ließ. Der Titel der Dokumentation ist Programm: Angefangen mit ihrer Ausbildung an der Segelflugschule des Türkischen Luftfahrtvereins in Eskişehir entfaltet sich eine Biografie, die nicht nur in die Türkei, sondern auch nach Deutschland und in die USA führt. Der Auslöser für ihre fliegerische Karriere war so simpel wie trotzig: Auf die herablassende Bemerkung ihrer älteren Brüder, sie sei „nur ein Mädchen und verstehe nichts von solchen Dingen“, antwortete sie mit eiserner Entschlossenheit.

Heute zählt Madelet Grabbe Başusta zu den wenigen noch lebenden Frauen weltweit, die drei verschiedene Luftfahrt-Abzeichen tragen dürfen. Historische Bedeutung erlangte sie jedoch vor allem durch ihren Kampf gegen institutionelle Hürden. Während ihrer Zeit in der Fallschirm-Nationalmannschaft im Jahr 1955 strebte sie eine Karriere als Jetpilotin an. Die geltende Regelung war jedoch eindeutig: Frauen wurden an der Luftwaffenakademie nicht zugelassen. Madelet gab sich damit jedoch nicht zufrieden. Mit der Unterstützung des damaligen Generalstabschefs des Türkischen Luftfahrtvereins, Oberst Burhan Göksel, richtete sie im Juni 1955 eine Petition an das Verteidigungsministerium. Der Antrag hatte Erfolg: Bereits im Oktober desselben Jahres wurden die ersten weiblichen Kadettinnen an der Luftwaffenakademie im heutigen Istanbuler Stadtteil Güzelyalı aufgenommen.

Der Name der Aviatikerin ist längst in den Annalen der türkischen Luftfahrt verewigt. Sowohl im Luftfahrtmuseum in Ankara in der Ecke „Madelet Reyal“ als auch im Luftwaffenmuseum in Istanbul unter der Rubrik „Acht Frauen, die sich in Großbuchstaben in die Geschichte eingeschrieben haben“ wird an ihre Pionierleistung erinnert.

Bereits 2018 veröffentlichte ihr Ehemann Hüseyin Başusta das Buch „Madelet – Die Wolken berühren“, 2021 folgte der biografische Roman „Das Mädchen, das vom Himmel auf die Welt blickt – Madelet“. Die Dokumentation setzt ein filmisches Denkmal für eine Frau, deren Lebensgeschichte bis heute von Mut und Widerstandskraft erzählt.