Ankara. Die Reisezeit auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Ankara und Istanbul soll nach Abschluss laufender Bauprojekte deutlich sinken. Nach Angaben von Verkehrs- und Infrastrukturminister Abdulkadir Uraloğlu wird sich die Fahrzeit mit dem Hochgeschwindigkeitszug (YHT) von derzeit 4 Stunden 7 Minuten auf 3 Stunden 37 Minuten reduzieren.
In einer schriftlichen Erklärung informierte Uraloğlu über den Fortschritt mehrerer Infrastrukturprojekte, darunter der T26-Tunnel sowie die zweite Bauphase des Doğançay-Ripajı. Beide Vorhaben sollen bestehende Engpässe auf der Strecke beseitigen und den durchgehenden Hochgeschwindigkeitsbetrieb verbessern.
Der Minister betonte, dass insbesondere im Abschnitt Eskişehir–Istanbul derzeit noch mehrere kritische Engstellen bestehen. Ein Teilabschnitt des Doğançay-Ripajı sei bereits 2022 in Betrieb genommen worden. Mit dem Abschluss der laufenden Arbeiten sollen die verbleibenden Einschränkungen vollständig aufgehoben werden.
Ein zentrales Element ist der 8 Kilometer lange T26-Tunnel, der eine bislang langsam befahrene konventionelle Strecke ersetzt. Dort müssen Züge derzeit auf rund 55 km/h abbremsen. Mit dem neuen Tunnel soll diese Passage umfahren und ein durchgehender Betrieb mit 250 km/h ermöglicht werden.
Nach Angaben des Ministeriums wird sich allein im Abschnitt Bozüyük–Bilecik die Reisezeit um rund 11 Minuten verkürzen. Zusätzlich sollen betriebliche Verzögerungen durch Zugkreuzungen reduziert und Einschränkungen im Güterverkehr aufgehoben werden.
Auch das zweite Großprojekt, der Doğançay-Ripajı-2, soll erhebliche Zeitgewinne bringen. Dort wurden unter anderem mehrere Tunnel- und Viaduktbauwerke realisiert. Nach Fertigstellung soll sich die Fahrzeit in diesem Abschnitt von 23 auf 4 Minuten verkürzen, was insgesamt einen Zeitgewinn von rund 19 Minuten auf der Gesamtstrecke bedeutet.
Mit dem Abschluss der Arbeiten soll die Hochgeschwindigkeitsstrecke Ankara–Istanbul weiter an Effizienz gewinnen und eine der wichtigsten Verkehrsverbindungen der Türkei deutlich beschleunigt werden.