BERLIN – In Deutschland ist ein 36-jähriger türkischer Zugbegleiter nach einem Angriff durch einen offenbar ohne Fahrschein reisenden Fahrgast gestorben. Der Vorfall hat landesweit Empörung ausgelöst und die Debatte über zunehmende Gewalt gegen Beschäftigte im öffentlichen Dienst erneut angefacht.
Nach Medienberichten ereignete sich die Tat am Abend des 2. Februar in einem Regionalzug, der von Landstuhl in Rheinland-Pfalz unterwegs war. Der Zugbegleiter Serkan C. kontrollierte Fahrkarten, als er eine Gruppe von vier Passagieren im Alter zwischen 20 und 30 Jahren ansprach.
Dabei soll ein 26-jähriger Grieche, der nach Angaben der Polizei ohne gültiges Ticket unterwegs war, den Zugbegleiter attackiert haben. Serkan C. brach nach schweren Schlägen zusammen. Er wurde mit lebensbedrohlichen Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht und dort mehrere Tage intensiv behandelt. Trotz aller Bemühungen erlag er schließlich seinen Verletzungen.
Eine vorläufige Obduktion ergab, dass Serkan C. an einer Hirnblutung starb, die durch einen schweren Schlag auf den Kopf verursacht wurde. Der Täter wurde noch am Tatort festgenommen. Gegen ihn wurden Ermittlungen wegen vorsätzlichen Tötens eingeleitet.
Die Polizei bestätigte, dass der Verdächtige in Deutschland nicht vorbestraft war, keine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung besitzt und in Luxemburg lebt.
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt sprach in einer schriftlichen Erklärung der Familie des Opfers sein Beileid aus. Er betonte, dass die zunehmende Gewalt gegen Beschäftigte im öffentlichen Dienst und insbesondere im Transportwesen entschiedene Maßnahmen erfordere. Er forderte stärkeren rechtlichen Schutz sowie härtere Strafen für Angriffe auf Bahnmitarbeiter.
Nach dem Vorfall wurde in Bahnhöfen in ganz Deutschland eine Schweigeminute für Serkan C. abgehalten. Eine zentrale Gedenkveranstaltung fand am Berliner Hauptbahnhof statt, an der auch Verkehrsminister Patrick Schnieder teilnahm.
Schnieder bezeichnete den Tag als Trauertag für die gesamte Bahn-Gemeinschaft und unterstrich die Notwendigkeit, die Sicherheit im Schienennetz zu verbessern.