Türkischer und deutscher Außenminister beraten über Iran-Krieg und regionale Spannungen

11.03.2026 – 14:30 Uhr

ANKARA – Der deutsche Außenminister Johann David Wadephul wird am 12. März für einen eintägigen Besuch in die Türkei reisen, um Gespräche mit dem türkischen Außenminister Hakan Fidan über den andauernden Krieg im Nahen Osten, regionale Spannungen und alle Aspekte der bilateralen Beziehungen zu führen, wie diplomatische Quellen berichten.

Der Besuch erfolgt vor dem Hintergrund des Kriegs zwischen den USA, Israel und Iran, der weltweit Sorgen über Sicherheit und Wirtschaft hervorruft. Fidan wird bei den Gesprächen die Position der Türkei in Bezug auf den Krieg darlegen und die Bereitschaft seines Landes betonen, alle notwendigen Maßnahmen zum Schutz von Territorium und Bürgern zu ergreifen. Gleichzeitig werde er die Angriffe Irans auf andere Länder der Region verurteilen.

Am 4. und 9. März wurden zwei ballistische Raketen aus dem Iran von NATO-Luftabwehrsystemen abgefangen. Infolge dessen hat die NATO beschlossen, das Patriot-Luftabwehrsystem in Malatya zu stationieren, wo sich die strategisch wichtige Kürecik-Radarstation befindet.

Fidan wird zudem hervorheben, dass die Politik des israelischen Premierministers Benjamin Netanyahu auf eine Destabilisierung der Region und die Schaffung von Konflikten abziele. Auch die iranischen Angriffe auf Golfstaaten würden die globale Energiesicherheit gefährden. Ziel der Gespräche sei es, Wege zur Deeskalation und Beendigung des Krieges auf diplomatischem Weg zu erörtern. Weitere Themen auf der Agenda sind der andauernde Krieg in der Ukraine und aktuelle Entwicklungen in Syrien.

Bilaterale Beziehungen auf gutem Kurs

Die türkische Seite wird zudem ihre Zufriedenheit über die neue Dynamik in den bilateralen Beziehungen zu Deutschland zum Ausdruck bringen. Beide Minister werden die Vorbereitung des bevorstehenden „Strategischen Dialogmechanismus Türkei–Deutschland“ besprechen, der die bilateralen Beziehungen weiter stärken und das Handelsvolumen auf 60 Milliarden US-Dollar erhöhen soll.

Fidan wird außerdem die Bedeutung einer strategischen Bewertung der Beziehungen zwischen der EU und Ankara betonen und um die Unterstützung Deutschlands für den EU-Beitrittsprozess der Türkei bitten, einschließlich der Modernisierung der Zollunion und der Visafreiheit.

Im Sicherheitsbereich werde der türkische Außenminister erneut die Erwartung Ankaras an einen inklusiveren Ansatz der EU sowie die Koordination mit nicht-EU-NATO-Mitgliedern bekräftigen.