Istanbul – Europas Bedeutung für den türkischen Tourismus ist ungebrochen. Doch geopolitische Spannungen und steigende Preise setzen der Nachfrage zunehmend zu. Nachdem die Türkei lange von einem kontinuierlichen Wachstum bei den europäischen Gästezahlen profitieren konnte, zeichnet sich inzwischen eine eher stagnierende Entwicklung ab.
Die Zahlen für die ersten sieben Monate des Jahres 2026 zeigen eine deutliche Abschwächung. Nach Angaben des türkischen Ministeriums für Kultur und Tourismus gingen die Besucherzahlen aus 18 von 22 europäischen Ländern gegenüber dem Vorjahreszeitraum zurück.
Den stärksten Rückgang verzeichnete die Slowakei mit 12,39 Prozent. Es folgten das Vereinigte Königreich mit einem Minus von 10,16 Prozent und Luxemburg mit einem Rückgang von 8,96 Prozent. Auch aus Tschechien, Frankreich und Irland kamen mehr als sechs Prozent weniger Besucher als im Vorjahreszeitraum.
Deutschland bleibt wichtiger Quellmarkt
Aus Deutschland, dem wichtigsten europäischen Quellmarkt für die Türkei, stagnierte die Nachfrage hingegen weitgehend. Die Zahl der deutschen Besucher ging lediglich um 0,04 Prozent zurück.
Zuwächse wurden in den ersten sieben Monaten unter anderem aus den Niederlanden, Spanien, Schweden und Ungarn registriert. Insgesamt zeigt sich jedoch, dass die Türkei Schwierigkeiten hat, die Nachfrage aus einigen der wichtigsten europäischen Herkunftsmärkte aufrechtzuerhalten.
Branchenvertreter machen dafür vor allem die geopolitische Lage verantwortlich. Die Konflikte zwischen Iran, Israel und den USA hätten die Reiseentscheidungen vieler europäischer Urlauber beeinflusst.
Türkei verliert ihren Preisvorteil
Neben den geopolitischen Unsicherheiten sehen Tourismusexperten jedoch einen weiteren wichtigen Grund für die schwächere Nachfrage: Die Türkei verliert ihren bisherigen Preisvorteil.
Steigende Kosten für Unterkünfte, Gastronomie und weitere Urlaubsausgaben haben dazu geführt, dass das Land für europäische Reisende weniger preislich attraktiv ist als in der