Türkischer Schiedsrichter-Boss festgenommen: Ermittlungen wegen Betrugsverdachts

29.09.2026 – 12:00 Uhr

Istanbul – Der Vorsitzende des zentralen Schiedsrichterausschusses des türkischen Fußballverbands (MHK), Ferhat Gündoğdu, ist im Rahmen einer Untersuchung festgenommen worden. Bei einer landesweiten Razzia wurden insgesamt sieben Fußballfunktionäre in Gewahrsam genommen. Ermittelt wird wegen des Verdachts auf Urkundenfälschung und systematisches Mobbing im türkischen Schiedsrichterwesen.

Razzien in vier Provinzen

Die Ermittlungen werden von der Istanbuler Generalstaatsanwaltschaft unter dem Namen „Hakemler Dosyası“ („Schiedsrichter-Akte“) geführt. Die Maßnahmen erfolgten zeitgleich in Istanbul, Ankara, Elazığ und Manisa.

Neben Gündoğdu wurden unter anderem Ferdi Karadoruk, Vorsitzender des Verbands der aktiven TFF-Schiedsrichter, der frühere MHK-Vizepräsident Ahmet Şahin sowie das ehemalige Vorstandsmitglied Yunus Yıldırım festgenommen. Auch mehrere regionale Funktionäre sollen betroffen sein.

Nach Angaben der Ermittler wurden unter anderem Finanzprüfungen der türkischen Behörde für Finanzkriminalität (MASAK), Telekommunikationsdaten, Zeugenaussagen und Gutachten ausgewertet. Im Mittelpunkt stehen Vorwürfe, wonach durch gefälschte Dokumente und Einschüchterung Einfluss auf Schiedsrichterbewertungen, Aufstiegsprüfungen und die Ansetzung von Spielen genommen worden sein soll.

Justizminister fordert „sauberen Fußball“

Justizminister Akın Gürlek erklärte, der Staat werde Vorwürfe von Unregelmäßigkeiten im Sport konsequent untersuchen. Ein Amt oder eine Funktion dürfe niemanden vor dem Gesetz schützen.

Gürlek verwies zudem auf die Erwartungen der Fußballfans an faire Wettbewerbsbedingungen und transparente Schiedsrichterentscheidungen. Die Ermittlungen sollen nun klären, ob und in welchem Umfang es tatsächlich zu den vorgeworfenen Manipulationen gekommen ist.