Antalya – Die steigende Beliebtheit von Natur- und Outdoorsportarten führt nach Einschätzung von Fachleuten auch zu mehr Unfällen. Der Grund liege jedoch weniger in den Aktivitäten selbst, sondern vor allem in fehlender Ausbildung und unzureichender Vorbereitung.
Der Dozent Yılmaz Sevgül von der Akdeniz Üniversitesi beobachtet seit Jahren die Entwicklung im Bereich Natursport und sieht insbesondere soziale Medien als wichtigen Einflussfaktor. Diese würden viele Menschen zwar motivieren, in die Natur zu gehen, gleichzeitig aber oft ein unrealistisches Bild vermitteln.

Viele, vor allem junge Menschen, ließen sich von eindrucksvollen Bildern in sozialen Netzwerken inspirieren und begäben sich ohne ausreichende Vorbereitung in teils anspruchsvolle oder gefährliche Umgebungen. Dies führe sowohl zu Unfällen als auch zu Schäden an der Natur selbst.
Sevgül betont, dass selbst vermeintlich einfache Aktivitäten wie Trekking oder Wandern klare Regeln, Materialkenntnis und Ausbildung erfordern. „Die Natur ist kein Bereich, den man unterschätzen darf“, so der Experte. Jede Aktivität habe eigene Anforderungen und Sicherheitsstandards.
Ein weiteres Problem sieht er in der zunehmenden Fokussierung auf Fotos und Videos statt auf das Naturerlebnis selbst. Besonders riskant seien dabei Aufnahmen an gefährlichen Orten wie Klippen oder steilen Abhängen, die immer wieder zu schweren Unfällen führten.
Auch im Ernstfall sei Vorbereitung entscheidend. Sevgül empfiehlt grundlegende Erste-Hilfe-Kenntnisse sowie den Umgang mit GPS-Geräten, um im Notfall den eigenen Standort präzise übermitteln zu können. Ebenso wichtig sei es, vor jeder Tour die Wetterlage sorgfältig zu prüfen, da plötzliche Veränderungen schnell gefährlich werden könnten.
Sein Appell an Interessierte ist klar: Naturaktivitäten sollten niemals spontan und unvorbereitet unternommen werden, sondern nur nach entsprechender Schulung und mit geeigneter Ausrüstung.