Deutschland ist das wichtigste Zielland für türkische Hochschulabsolventen, die ins Ausland gehen. Besonders häufig wandern Absolventen aus den Bereichen Informatik und Ingenieurwesen ab.
Die Abwanderung von Hochschulabsolventen aus der Türkei hat 2025 einen neuen Höchststand erreicht. Nach Angaben des türkischen Statistikamts TÜİK lag die sogenannte Brain-Drain-Quote bei 2,2 Prozent – so hoch wie seit Beginn der Erhebung im Jahr 2015 nicht mehr.
Dabei war der Anteil bei Männern mit 2,7 Prozent deutlich höher als bei Frauen, deren Quote 1,8 Prozent betrug.
Unter den Provinzen verzeichnete Istanbul mit vier Prozent die höchste Abwanderungsquote. Es folgten Izmir, Ankara, Eskişehir und Yalova. Am niedrigsten war der Wert in Siirt mit 0,2 Prozent, gefolgt von Hakkari, Kilis, Van und Bitlis.
Besonders viele Absolventen privater Hochschulen gehen ins Ausland
Die Abwanderungsquote lag bei Absolventen privater Hochschulen mit 4,4 Prozent deutlich über der von Absolventen staatlicher Universitäten, die 1,9 Prozent betrug.
Nach Studienfach war der Anteil in den Informations- und Kommunikationstechnologien mit sieben Prozent am höchsten. Es folgten die Bereiche Ingenieurwesen, Produktion und Bauwesen mit 4,8 Prozent sowie Naturwissenschaften, Mathematik und Statistik mit drei Prozent.
Bei den Bachelorstudiengängen lagen Molekularbiologie und Genetik mit einer Abwanderungsquote von 13,1 Prozent an der Spitze. Knapp dahinter folgte Wirtschaftsingenieurwesen mit 13 Prozent. Auch Mathematikingenieurwesen (11 Prozent), Elektrotechnik und Elektronikingenieurwesen (10,9 Prozent) sowie Physikingenieurwesen (10,2 Prozent) wiesen hohe Werte auf.
Deutschland ist das wichtigste Zielland
Auch die Unterrichtssprache spielte eine Rolle: Bei Studiengängen auf Französisch lag die Abwanderungsquote mit 10,5 Prozent am höchsten. Es folgten Deutsch mit 7,5 Prozent, Englisch mit 6,8 Prozent und Russisch mit fünf Prozent.
Deutschland war das wichtigste Zielland für türkische Hochschulabsolventen, die ins Ausland gingen. Auf die USA entfielen 16,9 Prozent, auf Großbritannien 10,5 Prozent, auf die Niederlande 8,3 Prozent und auf Kanada 5,2 Prozent.
Unter den in Deutschland, Großbritannien und den Niederlanden lebenden türkischen Absolventen stellten Computeringenieure jeweils die größte Gruppe. In den USA waren es Absolventen der Elektro- und Elektroniktechnik, während in Kanada Wirtschaftsabsolventen den größten Anteil ausmachten.