Nach der verheerenden Brandkatastrophe mit 78 Todesopfern in einem Hotel in der türkischen Provinz Bolu geraten weitere Bauprojekte desselben Unternehmers ins Visier der Behörden. So wurde ein neu errichtetes Luxushotel des Hotelbesitzers Halit Ergül wegen gravierender Verstöße gegen das Baurecht vorläufig stillgelegt.
Wie die zuständige Provinzdirektion des Ministeriums für Umwelt, Stadtentwicklung und Klimaschutz mitteilte, stellten Kontrolleure bei einer Überprüfung des im Bau befindlichen Hotels im Gebiet Mesciler erhebliche Abweichungen von der genehmigten Planung fest. Demnach weicht die tatsächliche Bebauung deutlich von den vorliegenden Bauunterlagen ab.
Laut der Behörde sah das genehmigte Architekturprojekt vier Gebäudeblöcke vor. Bei den Kontrollen wurde jedoch ein zusätzlicher Baukörper entdeckt, der nicht Teil der offiziellen Planung war. Zudem befindet sich dieser Gebäudeteil nach Erkenntnissen der Prüfer innerhalb des Sicherheitsabstands einer Hochspannungsleitung und stellt damit ein potenzielles Risiko dar.
Aufgrund der festgestellten Verstöße ordneten die Behörden die sofortige Versiegelung der Baustelle an. Sämtliche Bauarbeiten wurden bis auf Weiteres untersagt.
Ergül war bereits nach dem Brand im Grand Kartal Hotel im Wintersportgebiet Kartalkaya in den Fokus der Justiz geraten. Bei dem Feuer im Januar kamen 78 Menschen ums Leben, mehr als 130 wurden verletzt. In dem anschließenden Strafverfahren verurteilte ein Gericht den Hotelbesitzer sowie mehrere Familienangehörige wegen schwerer Pflichtverletzungen zu außergewöhnlich hohen Haftstrafen, darunter mehrfach lebenslange Freiheitsstrafen.