ISTANBUL – Türkisch ist nach Deutsch die am häufigsten gesprochene Sprache in Deutschland. Das geht aus aktuellen Daten des Statistischen Bundesamtes hervor und unterstreicht die lange Migrationsgeschichte sowie die wachsende sprachliche Vielfalt des Landes.
Demnach sprachen im Jahr 2024 rund 15,5 Millionen Menschen in Deutschland zu Hause überwiegend oder ausschließlich eine andere Sprache als Deutsch. Von dieser Gruppe verwendeten 14 Prozent hauptsächlich Türkisch – damit ist es bundesweit die am weitesten verbreitete Nicht-Deutsch-Sprache in Privathaushalten. Es folgen Russisch mit 12 Prozent und Arabisch mit 9 Prozent.
Insgesamt leben 21,4 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland. Laut Statistik sprechen 55 Prozent von ihnen neben Deutsch mindestens eine weitere Sprache im häuslichen Umfeld. Lediglich 22 Prozent kommunizieren im Alltag ausschließlich auf Deutsch.
Deutschland beherbergt mehr als drei Millionen Menschen türkischer Herkunft und damit eine der größten Diaspora-Gemeinschaften des Landes. Viele von ihnen gehen auf die Anwerbeabkommen der 1960er-Jahre zurück, als die Bundesrepublik türkische Arbeitskräfte zur Unterstützung des wirtschaftlichen Aufschwungs nach dem Zweiten Weltkrieg ins Land holte.